Doch bevor es soweit ist, hat die Amag für 220 Schweizer Kunden noch ein einmaliges Angebot auf Lager. Der Golf R360S ist nichts weniger, als der stärkste offiziell angebotene Golf aller Zeiten. 165 Stück als Fünftürer und 55 Stück als Variant umfasst die limitierte Sonderserie. Nebst Zierstreifen in Carbon-Optik, eigenem Logo und Polster in Carbon-Optik im Innenraum, zeichnet sich die Sonderserie vor allem durch gesteigerte Leistung aus.

Durch ein Zusatz-Steuergerät vom Deutschen VW- und Audi-Spezialisten Abt leistet der 2-Liter-Turbomotor nun 360 PS und 460 Nm maximales Drehmoment, anstelle der serienmässigen 300 PS und 380 Nm.

Schon auf den ersten Metern ist die zusätzliche Power deutlich zu spüren. Vor allem im mittleren Drehzahlbereich, wo der R360S deutlich strammer am Gas hängt und fühlbar stärker vorwärts stürmt. Auch wenn die Mehrleistung nicht in der verfügbaren Leistungsanzeige angezeigt wird - spürbar ist sie auf jeden Fall.

Starker Sprinter

Den Sprint auf 100 km/h erledigt der Golf R360S in 4,7 Sekunden und damit 0,2 Sekunden schneller als der Serien- Golf -R. Die Höchstgeschwindigkeit steigt um 15 auf 265 km/h.

Für das Sondermodell ist zudem das grosse Panorama-Glasdach serienmässig. Auch die elektronisch verstellbaren Stossdämpfer sind serienmässig an Bord. Das macht den schnellen Golf vielseitiger, da er auf langen Strecken mehr Fahrkomfort bietet. Aber auch für sportliche Fahrten auf schlechten oder Schneebedeckten Strassen macht die auf Knopfdruck weichere Dämpfung Sinn.

Zum Lieferumfang gehört auch ein Winter-Komplettradsatz im 17-Zoll-Format mit schmalen 205er-Reifen. Eine Kombination, die sich nicht nur optisch als nicht optimal entpuppt. Die schmalen Räder verschwinden regelrecht in den breit ausgestellten Radhäusern. Auf Schnee bieten die schmalen Reifen zwar gute Haftung, auf trockener oder feuchter Fahrbahn sind sie dem Leistungspotenzial des stärksten Golf aber nicht ganz gewachsen. Bei flotter Kurvenfahrt ist der Grip im Vergleich zu den Fahrleistungen eher gering. Auf der Bremse wird der schnelle Golf zudem eher leicht und daher etwas nervös auf der Hinterachse. Wer also auch im Winter das volle Potenzial des R360S ausschöpfen will, sollte also unbedingt über einen grösseren Radsatz nachdenken.

Gute Anlagen

An den grundsätzlich hervorragenden Anlagen des Golf R kann aber auch die nicht optimale Bereifung nichts ändern. Der Golf in seiner siebten Generation wirkt sehr ausgereift und solide. Das beginnt bei der Haptik und Ergonomie im Innenraum. Das Cockpit fühlt sich hochwertig an, alle Bedienelemente liegen ohne Suchen zur Hand. Die Sitze wirken zwar trotz Carbon-Gewebe optisch nicht ausserordentlich sportlich, bieten aber guten Seitenhalt und sind auch auf längeren Strecken bequem. Auch das Fahrwerk erlaubt dank der verstellbaren Dämpfer einen guten Mix zwischen Komfort und Sport. Das passt zur direkten Lenkung, um ein sportlich solides Grundgefühl zu vermitteln. Wie schon im serienmässigen Golf R wirkt der per Membran aus dem Ansaugtrakt verstärkte Sound im Sportmodus allerdings etwas aufgesetzt. Eine sportlichere Abgasanlage würde dem Sondermodell besser zu Gesicht stehen.

Mit 57 450 Franken Basispreis ist der R360S knapp 10 000 Franken teurer, als der Golf R mit 300 PS. Dafür kommt das Sondermodell aber auch mit sehr guter Ausstattung und zusätzlichem Radsatz. Mit einem Testverbrauch von 8,5 l/100 km gibt sich der Schnellere im zudem nicht spürbar durstiger, als die Basis. Mit dem R360S stellt die Amag damit einen schönen Abschiedsgruss vor dem Facelift auf die Räder.

Und: Wer sich keinen der streng limitierten Golf ergattern kann, bekommt die Leistungssteigerung bei Tuner Abt für jeden Golf R; dank der Zusammenarbeit mit VW sogar mit Garantie. Ein Power-Plus, das auf jeden Fall zum Golf R und seinen Talenten passt.