Die Tür sei geöffnet, sagte Sohbi am Freitagabend im staatlichen Fernsehen. Er spreche von einem "Dialog ohne Bedingungen, der niemanden ausschliesst".

Auf das Dialogangebot des syrischen Oppositionsführers Ahmed Moas al-Chatib ging der Minister nicht ein. Chatib hatte direkte Gespräche mit Regierungsvertretern angeboten, die "kein Blut an den Händen" hätten.

Sein Bündnis, die Syrische Nationale Koalition, machte deutlich, dass es dabei unbedingt auch um einen Rücktritt Assads gehen müsse. Zudem drohte Chatib, er werde sein Gesprächsangebot zurückziehen, wenn die Regierung nicht bis Sonntag alle festgenommenen Aufständischen freilasse.

Für sein Angebot bekam Chatib Unterstützung von den USA und der Arabischen Liga, aber auch von den Assad-Verbündeten Russland und Iran. Der Syrische Nationalrat, grösster Bestandteil der Opposition, lehnte dagegen jeglichen Dialog mit der syrischen Regierung ab und propagierte stattdessen den "Sturz des Assad-Regimes mit allen seinen Bestandteilen".

Kritik an arabischen Staaten

Informationsminister Sohbi warnte unterdessen vor der Einmischung arabischer Regierungen in den syrischen Konflikt, ohne Namen von Ländern zu nennen. Seine Regierung werde aber auch mit "bewaffneten Gruppen" verhandeln, die bereit seien, die Waffen niederzulegen, sagte er.

Die Regierung in Damaskus bezeichnet die Aufständischen als Terroristen, die vom Ausland finanziert und unterstützt werden, unter anderem von Saudi-Arabien, Katar und der Türkei.

Die syrische Führung kämpft ums Überleben, auch weil sich die Wirtschaftskrise immer weiter verschärft. Als Reaktion darauf kündigte Machthaber Assad am Samstag die Umbildung des Kabinetts an.

Betroffen sind vor allem die Wirtschaftsressorts. Assad ernannte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur SANA sieben neue Minister, unter anderem für Erdöl, Finanzen und Wohnungsbau.

Kämpfe in der Hauptstadt

Im Bürgerkriegsland Syrien ging trotz gegenseitiger Gesprächsangebote von Regime und Opposition das Blutvergiessen weiter. Nach Angaben von Aktivisten kamen am Wochenende bei landesweiten Gefechten erneut mehr als 200 Menschen ums Leben.

In Damaskus versuchten Regierungstruppen, die Rebellen mit Luftschlägen aus der Stadt und ihren Vororten zu vertreiben. Aus der syrischen Hauptstadt hatten Bewohner in den vergangenen Tagen die heftigsten Kämpfe seit langem gemeldet.

Die Weltkulturorganisation UNESCO berät derweil in der jordanischen Hauptstadt Amman auf einer viertägigen Regionalkonferenz über Möglichkeiten, Kulturstätten in Syrien zu schützen. Die Delegierten äusserten sich in einer Erklärung besorgt, da viele historisch und archäologisch bedeutende Orte von dem Konflikt betroffen seien.

In Syrien ist seit März 2011 ein Aufstand gegen das Regime von Präsident Assad im Gange, der sich zu einem Bürgerkrieg entwickelt hat. Bei Kämpfen zwischen Rebellen und der Armee starben nach Schätzungen der UNO bislang mehr als 60'000 Menschen.