Die katholische Kirche tat sich mit Katzen lange Zeit schwer. Im Mittelalter wurden die Tiere verteufelt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Noch 1484 erklärte Papst Innozenz VIII. Katzen zu «heidnischen Tieren, die mit dem Teufel im Bunde stehen.» Andererseits gab es immer wieder kirchliche Würdenträger, die Katzen mochten, ja sogar verehrten. So gestattete Papst Gregor I. in der Mitte des 6. Jahrhunderts ausdrücklich die Haltung von Katzen in Klöstern. Im 18. Jahrhundert war Papst Pius IX. bekannt für seine Katzenliebe; seine Katze durfte sogar gemeinsam mit ihm essen. Auch Papst Leo XII., der Anfang des 19. Jahrhunderts lebte, war ständig von seinem Kater umgeben.

Ein grosser Katzenfreund ist auch Papst Benedikt XVI.. Natürlich war es die «Bild»-Zeitung («Wir sind Papst!), die im Jahr 2008 die Liebe Benedikts zu den Samtpfoten publik machte. Der Papst-Biograf Andreas Englisch schilderte dort, wie Josef Ratzinger in seiner Zeit als Vorsitzender der Glaubenskongregation dafür sorgte, dass streunende Vierbeiner nicht mehr aus dem Garten seines Amtssitzes vertrieben wurden. Vielmehr fütterte und pflegte er sie persönlich und gab allen einen Namen.

Papstkater Chico

Geradezu berühmt geworden ist der beige-braun getigerte Kater Chico. Er dürfte mittlerweile etwa 13 Jahre alt sein und gehört Rupert Hofbauer, dem Hausmeister von Ratzingers Privatwohnung im Regensburger Vorort Pentling. Chico soll sich in der Gegenwart des damaligen Erzbischofs von München sehr wohl gefühlt und oft auf ihn gewartet haben. Allerdings ist auch überliefert, dass der Kater Ratzinger gekratzt und gebissen haben soll. Chico, der nach Ratzingers Wahl zum Papst zum «Papstkater» erhoben wurde, ist sogar der Star eines - freilich ziemlich kitschigen - Kinderbuchs.

Es trägt den Titel «Joseph und Chico - Eine Katze erzählt aus dem Leben von Benedikt XVI.» und erzählt die Geschichte des Kirchenoberhaupts aus der Sicht von dessen Haustier. Der getigerte Vierbeiner hörte Ratzinger angeblich beim Klavierspielen zu, dem Hobby des Papstes. Und einer der renommiertesten Vatikan-Journalisten publizierte ein Interview mit der angeblichen Papst-Katze «Fritz», einem Persianerkater, der im päpstlichen Appartement auf den Namen «Monsignor Fritz» hören soll.

Ob der Papst auch in seinen vatikanischen Privatgemächern mit Katzen zusammenlebt, ist umstritten. Benedikts langjährige Haushälterin Ingrid Stampa sagte einmal, es gebe «nur zwei Katzen aus Porzellan». Die italienische Zeitschrift «L'Espresso» berichtet dagegen von fünf Katzen. Verbürgt ist dagegen, dass Kardinal Ratzinger 2005 eigentlich nach Deutschland zurückkehren und ein Buch über Katzen schreiben wollte. Die Wahl zum Papst durchkreuzte diese Pläne. Vielleicht hat Benedikt nach seinem Rücktritt ja die Musse, das Versäumte nachzuholen. Wir würden sein Katzenbuch auf jeden Fall lesen.

Schweizer Gardist zum Papst-Rücktritt: Altersschwäche war offensichtlich

Der Schweizer Gardist Marcel Siedler hatte zwei Jahre lang Einblick in das Leben des abtretenden Papstes.Dieser befand sich beim letzten Treffen in einem gesundheitlich schlechten Zustand.