Der Aargauer Cédric Schneuwly lernt in diesen Tagen eine neue Hockeywelt kennen. Auch dank seinem ersten Tor des Turniers schaffte die Schweizer U20-Nationalmannschaft den Klassenerhalt an der Weltmeisterschaft. Nach einer verpatzten Vorrunde reichte ein 4:3-Sieg nach Verlängerung gegen Dänemark aus, um den Ligaerhalt zu erreichen.
«Ein super Gefühl»
«Es war ein super Gefühl, aber ich mache das fürs Team», sagt Schneuwly. «Solange wir gewinnen, ist es gut. Die Erleichterung ist sicher gross. Wir sagten uns vor dem Spiel, dass wir das Ganze hier beenden und den Ligaerhalt auf sicher haben wollen.»
Einfach war es aber nicht. Die Schweizer mussten auch gegen Dänemark hart kämpfen und zeitweise auch zittern. Erst als das 3:3 in die Verlängerung genommen werden konnte, war klar, dass die Schweizer dem Abstieg entrinnen.
«Wir wussten, dass die Dänen ihre Haut teuer verkaufen würden. Wir sind froh, dass wir es nun geschafft haben», sagt der Stürmer aus Gränichen, der beim EV Zug spielt. «Wir puschten uns gegenseitig auf und sagten uns, dass wir mehr können. Irgendwie war an dieser WM der Wurm drin, aber schliesslich hat es doch zumindest für den Ligaerhalt gereicht.»
Erstmals an einer WM
Für Schneuwly war es die erste Weltmeisterschaft. Beider U18-Auswahl war er vom Verband nie für eine WM berücksichtigt worden. Schneuwly wurde beim EHC Aarau gross und spielte als Küken schnell einmal in der 1. Liga, wechselte dann zum Nachwuchs des EV Zug. Dort gehört er zu den offensiv erfolgreichsten Spielern der höchsten Nachwuchsspielklasse Elite A. Zudem kam er zu Kurzeinsätzen während dreier NLA-Spielen.
Während der U20-WM in Calgary lernte er jedoch eine andere Kultur kennen. «Ich bin zum ersten Mal in Kanada und würde am liebsten gar nicht mehr heimgehen, wenn ich mir die vielen Zuschauer, die Infrastruktur und das ganze Umfeld betrachte. Hier ist Eishockey wirklich ein Leben», sagt Schneuwly.
In eine kanadische Juniorenliga wechseln wie einige seiner Teamkollegen möchte er aber trotzdem nicht. «Ich möchte in der Schweiz Hockey spielen, aber das Sportlerleben hier in Nordamerika ist schon krasser. Man geht in einen Laden rein und wird umzingelt von Leuten. Das ist schon anders als in der Schweiz», hat Schneuwly die Unterschiede schnell bemerkt.
Aufdrängen für einen NLA-Vertrag
Bald kehrt für Cédric Schneuwly der Alltag in Zug wieder heim. «Ich fühle mich dort ziemlich wohl und hoffe, dass ich bleiben kann», sagt er über seine Situation beim EVZ. «Vielleicht erhalte ich im Verlauf der Saison nochmals die Chance, in der NLA zu spielen und mit meinen Leistungen dem Trainer Eindruck zu verschaffen, damit ich es nächstes Jahr vielleicht fix ins Kader der ersten Mannschaft schaffe.» Die Erfahrungen in Übersee werden ihm zweifellos bei diesem Vorhaben helfen.