Vor wenigen Tagen postete der 19-jährige Marco Julius Schelling, der sich Marco Hauenstein nennt, einen Aufruf auf Facebook mit der Bitte, ihn zu teilen. Er sucht darin nach seiner Mutter, nach seinem Vater und nach Verwandten. Nach einem mehrmonatigen Entzug als Kleinkind wuchs er bei Pflegefamilien auf.

Tatsächlich ist Marco Hauenstein auf seiner Suche nach Verwandten fündig geworden, nachdem es mehrere Hinweise zu Personen im Zurzibiet gab, in dem Kleindöttingen, ein Ortsteil von Böttstein, liegt. Dank Hinweisen hat er den Kontakt zu einer Tante herstellen können. Er habe auch schon mit dieser telefoniert, kommentierte ein Freund von ihm seinen Post auf Facebook. Von den Eltern fehlt dagegen nach wie vor jede Spur. 

Ein Freund von Marco Schelling informiert, dass dieser eine Tante gefunden hat

Ein Freund von Marco Schelling informiert, dass dieser eine Tante gefunden hat

Zum Vater hat der junge Mann keine Angaben. Von seiner Mutter Gina Barbara Hauenstein (Jahrgang 1970) postete er ein Bild, das sie Ende der Neunzigerjahre zeigt. Sie sei seit dem 19. Februar 2000 vermisst, schrieb er. Die Kantonspolizei bestätigt das der az. "Sie wurde an jenem Tag in Kleindöttingen als vermisst gemeldet", sagt Mediensprecher Bernhard Graser. 

«Als Langzeitvermisste registriert»

"Die Frau ist bei uns nach wie vor als Langzeitvermisste registriert", erläutert Graser. "Wir wissen nicht, was mit ihr ist." Bei Langzeitvermissten sei völlig unklar, ob sie untergetaucht sind oder ob ihnen damals etwas zugestossen ist. In diesem Vermisstenfall habe sich seit Jahren nichts mehr getan. Es habe in der Vergangenheit mehrmals Überprüfungen gegeben, etwa bei Leichenfunden im Ausland. "Diese ergaben aber nie eine Übereinstimmung", hält der Kapo-Sprecher fest.

Marco Julius Schelling, der sich auch Marco Hauenstein nennt, sucht auf Facebook nach seiner Mutter und weiteren Verwandten.

Auf der Webseite der Kantonspolizei Aargau finden sich noch zwei Aufrufe mit Fotos und Signalements zu zwei vermissten Personen aus dem Aargau, die 2009 respektive 2012 spurlos verschwanden. Wie lange bleiben diese dort publik? "Wir haben keine gesetzlichen Vorgaben", erläutert Graser. Bei Langzeitvermissten komme der Zeitpunkt, wo man sich für ein Entfernen entscheide. "Die gesuchte Frau würde heute komplett anders aussehen. Das Mittel der Öffentlichkeitsfahndung über unsere Homepage macht da keinen Sinn mehr", sagt Graser. Deshalb sei der Aufruf zu ihr vor mehreren Jahren entfernt worden.

Verständnis hat Graser dagegen, wenn Personen auf der Suche nach Verwandten, so wie der 18-Jährige, der als Pflegekind in anderen Familien aufwuchs, einen Aufruf auf Facebook starten. "In solchen Fällen ist Social Media sicher ein Weg, der eher zum Erfolg führt", sagt er.