Anfang Februar hat Thomas Richli seine Holzbau-Werkstatt am Dänkelbachweg in Lengnau schliessen müssen. Grund dafür ist eine Verfügung des Kantons Aargau – die Werkstatt befindet sich in einem ehemaligen Bauernhof, was gemäss Raumplanungsgesetz verboten ist. Die Konsequenzen der Verfügung seien dramatisch, sagt Thomas Richli: «Damit wird meiner Familie die Existenzgrundlage entzogen.»
Felicitas Siebert, Leiterin der Abteilung für Baubewilligungen des Kantons Aargau, begründet den Beschluss: «Das Bundesgesetz über die Raumplanung verbietet im vorliegenden Fall die gewerbliche Nutzung in der Landwirtschaftszone.» Richli habe die Arbeit als Schreinerei-Unternehmer 2005 ohne Bewilligung begonnen und dazu eine ehemals landwirtschaftliche Remise umgebaut und umgenutzt. Der Umbau sei rechtskräftig abgewiesen worden. Thomas Richli dürfe die Remise darum nicht als Schreinerei benützen.
Petition mit 768 Unterschriften
Einfach so geschlagen geben möchte sich der Kleinunternehmer und zweifache Familienvater aber nicht. Vor wenigen Tagen hat er dem Kanton Aargau darum eine Petition zur Rettung der Firma «Holzbau&Design Richli» überreicht, die von 768 Menschen unterzeichnet worden ist.
Der Entscheid des Kantons sei angesichts der wirtschaftlichen Lage ein Skandal, heisst es in der Petition. Man stelle geltendes Recht nicht infrage. Es gehe um die Konsequenz, welche die formale Einhaltung dieses Gesetzes für die Familie habe. «Die Führung eines solchen Kleinbetriebes, von dem keinerlei störende Emissionen ausgehen, muss auch in einem stillgelegten Bauernhof möglich sein und darf nicht aus formalen Gründen verhindert werden.».
«Mittelfristig finanziell nicht tragbar»
Lengnau würde einen weitherum anerkannten und kompetenten Betrieb verlieren, heisst es in der Petition weiter. «Wir haben kein Verständnis dafür und fordern die Rücknahme dieser Verfügung.»
Der gelernte Zimmermann Richli , verrichtet viele Arbeiten auf dem Bau, nimmt aber auch Spezialaufträge an. «Zum Beispiel fertige ich Unikate an wie spezielle Liegestühle», erzählt er. Damit er die Produktion fortführen kann, hat er sich bei seinen Konkurrenten in nahegelegenen Gemeinden einmieten müssen. «Das ist natürlich eine unbefriedigende Situation und mittelfristig finanziell für mich nicht tragbar.»