Herr Gilg, Sie haben mit dem Betrieb von «Go Easy» monatlich rund 30'000 Franken Verlust gemacht, Ihre Firma BPM Sports Management GmbH ging Konkurs. Wie konnte es soweit kommen?

Rainer Gilg: Wir haben in der Vergangenheit schon ähnlich grosse Sportzentren mit Erfolg betrieben. Wir sind Profis und keine Anfänger, wie nun von manchen Leuten behauptet wird. Wir haben alles gegeben, Tag und Nacht gearbeitet. Leider stellten sich die Umsatzversprechungen des Vermieters teilweise als viel zu hoch heraus. Beim Bowlingcenter rechneten wir mit doppelt so viel Ertrag, auch gingen wir von deutlich höheren Werbeeinnahmen aus. Und Werbepartner zu akquirieren, braucht Zeit. Hinzu kommt: Viele Tarife waren fix definiert, wir hatten kaum Handlungsspielraum.

GoEasy-Besitzer Beat Anliker sagt, sie hätten deutlich zu viel Personal angestellt.

Als wir die Pacht der Anlage im Juli übernahmen, herrschte bei den wichtigsten Kunden Unzufriedenheit, weil die Betreuung nicht gut war. Details stimmten nicht: Den Kunden fehlte vor Ort ein Ansprechpartner und bei der Reservation gemachte Abmachungen wurden nicht umgesetzt. Wir mussten sofort mehr Personal anstellen.

Kann man mit dem Betrieb von GoEasy Geld verdienen?

Rein betriebswirtschaftlich bin ich skeptisch. Das wird nur gelingen, wenn man die Personalkosten tief halten kann, dann sinkt aber die Qualität und ich glaube nicht, dass ein solches Modell hier Erfolg hat. Von den Vereinen und dem Kanton kann man wohl nicht noch höhere Mieten verlangen, das Limit ist bald erreicht. Somit müssten für einen ertragsreichen Betrieb Zusatzeinnahmen generiert werden, für die es kein Personal braucht, also durch Werbung und Sponsoring.

Trauen Sie es Beat Anliker zu, die Gewinnzone zu erreichen?

Unsere Mietkosten betrugen 50'000 Franken im Monat, die fallen für ihn weg. Darum wird er zumindest kurzfristig sicher in die Gewinnzone kommen. Falls er es langfristig schafft, mit seinem Modell mit wenig Mitarbeitern Geld zu verdienen, dann werde ich ihm gratulieren. Aber es ist sicher keine einfache Aufgabe.

«Diese Kaltblütigkeit» – «Die Seckle»

Bei «Tele M1» rufen die Gläubiger der Betreiberfirma aus.