Sonntagabend im Verenamünster: Das Barockorchester «Capriccio» ist zu Gast mit dem Programm «cantare – concertare» im Rahmen seiner Konzertreihe «barock freudig». Diese schliesst ein, dass der kantonale Aargauer Denkmalpfleger Reto Nussbaumer in die Spielstätte einführt.
So erfahren die Zuhörer vor dem begeisternden, herrlichen Konzert zunächst Interessantes über die Geschichte des Verenamünsters und werden aufmerksam gemacht auf wunderschöne Details in dem letztes Jahr innen frisch renovierten Gotteshaus.
Kahle Mauerstücke
Aber – was ist denn das? Mitten in all der Pracht sind in einigen Stuckatur-Rahmen statt kunstvoller Malerei nur hässliche, nackte, rohe Mauerstücke sichtbar. Die Besucher werden informiert, dass am Nachmittag fünf Bilder aus dem Verena-Zyklus notfallmässig hatten entfernt werden müssen. Und dass, um dies zu bewerkstelligen, die Feuerwehr hatte aufgeboten werden müssen, die über die notwendige Leiter verfügt.
Recherchen haben gestern dann ergeben, dass die herrschende Kälte an der Nordseite der Kirche vor den relativ dünnen Kirchenfenstern nicht Halt gemacht und an die Fenster-Innenseiten Eisblumen gezeichnet hatte.
Sichtbare Spuren
Nachdem das Gotteshaus dann am Sonntagmorgen für die Messe geheizt wurde, war das Eis geschmolzen und in Rinnsalen die Mauer hinuntergeflossen – auch über fünf Bilder. Auf denen hat das Schmelzwasser deutlich sichtbare Spuren hinterlassen. Die in Mitleidenschaft gezogenen Bilder wurden in den Schutzgüterraum gebracht.
Die Höhe des entstandenen Schadens ist nicht bekannt. Sehr schmerzhaft ist er auf alle Fälle, war das Verenamünster in seinem frisch erstrahlten Glanz nach monatelangen Sanierungsarbeiten erst im Spätsommer, am 1. September, dem Verenatag, feierlich eingesegnet worden.