Das AKW Oldbury ging 1967 ans Netz und ist damit das älteste noch im Betrieb stehende AKW der Welt. Nachdem ein Reaktor bereits im Juni 2011 vom Netz genommen wurde, soll nun auch der noch betriebene im Verlaufe dieses Monates abgeschaltet werden.
Damit wird das AKW in Beznau, das vor 43 Jahren seinen Betrieb aufnahm, der älteste Atomreaktor der Welt werden. Der Reaktor Beznau I, auf einer Aareinsel gelegen, ging am 1. September 1969 in Betrieb. Der weitgehend baugleiche Reaktor II nahm den Betrieb am 1. Dezember 1971 auf. Die Reaktoren weisen eine Nettoleistung von je 365 Megawatt (MW) auf.
«Unrühmliche Sache»
Geri Müller, Nationalrat der Grünen, findet das eine «unrühmliche Sache, dass wir das älteste AKW der Welt haben». Das Werk sei ursprünglich für 20 bis 30 Jahre gedacht gewesen. «Wir sehen kein Ende. Es ist verantwortungslos, dass es noch am Netz ist», sagte Müller gegenüber Radio Argovia. Müller fordert die rasche Stilllegung von Beznau.
Und weiss sich damit in bester Gesellschaft. Insgesamt 15 Organisationen fordern, dass Beznau I umgehend abgeschaltet wird. Sicherheitsprobleme zeigten, dass die Zeit von Beznau I abgelaufen sei, erkärten sie am Donnerstag Morgen an einer Medienkonferenz in Baden. Die Notstromversorgung sei unzuverlässig, der Reaktordeckel sei rissig und das Stahlcontainment weise Risse auf, kritisierten sie.
Geld in grüne Energien investieren
Der AKW-Betreiber, der Energiekonzern Axpo, solle das Geld statt für Nachrüstungen von Beznau sinnvoller in erneuerbare Energien investieren, fordern sie.
Hinter diesen Forderungen stehen unter anderem die Organisationen Greenpeace, WWF Schweiz, «Nie wieder Atomkraftwerke« und «Fokus Anti-Atom» sowie die Aargauer und Solothurner Kantonalparteien SP, Grüne und Grünliberale. (rsn)