Wie soll der Dorfplatz der Gemeinde Kölliken in Zukunft aussehen? Wer soll dort investieren? Und darf die Gemeinde in einer Überbauung auf diesem Dorfplatz Stockwerkeigentum erwerben? Diese Fragen stehen in Kölliken zur Diskussion - schon wieder. Denn nachdem die Gemeindeversammlung den Verkauf des Dorfplatzes angenommen hatte und dieser Verkauf an der Urne dann abgelehnt wurde, verlangten an der vergangenen November-Gmeind sechs junge Kölliker, dass der Dorfplatzverkauf an einer nächsten Gemeindeversammlung wieder traktandiert wird.
Enttäuscht vom Gemeinderat
«Der Urnenentscheid wird von den Antragsstellern nicht respektiert, weil sie den Dorfplatzverkauf in fast unveränderter Form wieder traktandieren wollen», zeigte sich das Komitee «Pro Dorfplatz» an der Pressekonferenz vom Mittwoch enttäuscht. Anwesend waren neben Kontaktperson Guido Zeltner auch Peter Diem, Peter Suter und Ruedi Lüthi. Enttäuscht waren die vier Komitee-Vertreter vor allem vom Gemeinderat, der sich ihrer Meinung nach auf die Seite der Verkaufs-Befürworter schlage. «Der Gemeinderat billigt und unterstützt das undemokratische Vorgehen an der November-Gemeindeversammlung», sagte Guido Zeltner.
Das Komitee «Pro Dorfplatz» ist in den zwei Monaten seit der Gemeindeversammlung, an der der Dorfplatzverkauf wieder beantragt wurde, nicht untätig gewesen. «Der Gemeinderat informierte nicht sachlich-objektiv», führte Zeltner aus. Damit die Bevölkerung künftig besser informiert wird, gestaltete das Komitee eine Homepage. Diese enthält ausführlich die Argumente gegen den Dorfplatzverkauf und gegen den Erwerb von Stockwerkeigentum. Unter anderem zeigt das Komitee auf der Website Bilder der Büroräumlichkeiten in der Gemeindeverwaltung. «Es bestehen bereits grosszügige Räumlichkeiten. Deshalb ist der Erwerb von Stockwerkeigentum gar nicht nötig», sagte Zeltner.
Keine Verhinderer
Da sich das Komitee «Pro Dorfplatz» nicht als Verhinderer sieht, präsentiert es auch seine Vision des Dorfplatzes: «Wir wünschen uns einen Platz mit Brunnen, Schattenbäumen, Ruhebänken und Café, der von Ladengeschäften umgeben sein sollte. Bei unserer Vision haben auch Migros/Voi und Apotheke Platz. Es soll ein sympathisches Dorfzentrum mit Ausstrahlung geschaffen werden.» Unterstrichen wird diese mit einer 3D-Visualisierung, wie das Dorfzentrum dereinst aussehen könnte.
«Diese Bilder stammen nicht von einem konkreten Projekt», betonte Guido Zeltner. Vielmehr sollten Ideen bildlich dargestellt werden und zu Diskussionen und Weiterentwicklungen anregen. Deshalb fordert das Komitee «Pro Dorfplatz» auch einen Investoren-Wettbewerb. «Nur wenn verschiedene Projekte ausgearbeitet werden, kann das für die Gemeinde attraktivste gefunden werden», waren sich die Komitee-Mitglieder einig. Dafür, dass dieser Wettbewerb durchgeführt wird, kämpft das Komitee «Pro Dorfplatz» unter anderem in der Arbeitsgruppe «Dorfplatz/Gemeindehaus».
Aufklärungsarbeit leisten
«Wie viel Einfluss wir dort haben werden, ist aber unsicher», meinte Guido Zeltner. Gerne wäre das Komitee paritätisch in dieser Arbeitsgruppe vertreten gewesen, beispielsweise mit vier Mitgliedern. Zusammen mit vier Arbeitsgruppen-Mitgliedern, die sich für den Verkauf des Dorfplatzes engagieren, hätten sie die Dorfplatz-Frage vorantreiben wollen. Nun haben aber bloss zwei Mitglieder des Komitees in der Arbeitsgruppe Einsitz - genauso viele wie die Gruppe junger Kölliker, die die Wieder-Traktandierung des Dorfplatz-Verkaufes verlangt hat. Die weiteren Mitglieder haben schon zuvor in der Arbeitsgruppe mitgearbeitet und den ursprünglichen Vorschlag mit dem schwedischen Investor vorangetrieben.
Für das Komitee «Pro Dorfplatz» ist deshalb klar, dass es bis zur Gemeindeversammlung die Bevölkerung über die Vorgänge rund um den Dorfplatz aufklären wird. «Und wenn der Dorfplatz-Verkauf angenommen wird, werden wir wieder das Referendum ergreifen», kündigte Zeltner an.