Es ist gut möglich, dass die farbigen Lamellen der Storen des Nachbarhauses vor der Fertigung in Menziken lackiert wurden. Die Metal Paint AG ist mit ihren 25 Mitarbeitenden darauf spezialisiert, gewalzte Stahl- und Aluminiumbänder zu beschichten. Verschiedene Breiten und Längen, verschiedene Farben sind möglich. «Unsere Kunden tragen ihre Qualitäts- und Farbwünsche an uns heran», sagt Geschäftsführer Markus Reber, «und wir erfüllen sie, vorausgesetzt, es ist technisch möglich.»

In diesen Tagen hat die Metal Paint mit einer Investition von 1,1 Millionen Franken kräftig aufgerüstet. Und zwar nicht bei der Lackieranlage selber, sondern mit dem Einbau einer Abluftreinigungsanlage am Rande des Kernprozesses.

«Unsere Firma hat sich mit dem Modell der «Energie-Agentur der Wirtschaft» (EnAW) zum Energie- und CO2-Sparen verpflichtet», sagt Reber. In diesem Bereich hätten Analysen ein grosses Potenzial aufgezeigt.

Die Abluft aus dem Einbrennofen ist durch die verwendeten Lacke stark mit Lösungsmitteln belastet. Sie darf nicht direkt in die Umwelt geblasen werden. Bisher erfolgte die Reinigung mit einer thermischen Nachverbrennung, wobei die Verbrennungsabwärme in die Atmosphäre abgegeben wurde.

Mit der neuen Anlage gelingt es jetzt, die Abluft erstens den Vorschriften entsprechend zu reinigen, und zweitens die Wärme zurückzugewinnen. Ist die Anlage einmal hochgefahren, braucht sie kaum Fremdenergie, sie wird autotherm betrieben. Die Abwärme aus der Nachverbrennung wird wieder in den Lackierprozess zurückgeführt. «Für das Aufheizen der Entfettungsbäder verbrannten wir pro Jahr Strom für 100 000 Franken», sagt Reber. «Diesen sparen wir jetzt ein.» Ein Teil der Energie wird als erhitzte Frischluft in den Ofen zurückgeführt.

Die neue Anlage hat die Firma Apparatebau Allenspach AG aus Hermetschwil eingebaut. Sie erreicht damit wegen der Energieeinsparung die Reduktion des CO2-Ausstosses um 750 Tonnen pro Jahr. «Es ist mir ganz wichtig, die Energieverschwendung, wo es immer geht, zu minimieren», sagt Reber.

Förderbeitrag Klimastiftung

Weil die neue Anlage auch den CO2-Ausstoss verringert, erhält die Metal Paint von der Klimastiftung Schweiz einen Förderbeitrag von 200 000 Franken. Langfristig werde sich die Investition sogar auszahlen, ist sich Reber sicher, «wir werden auch weniger Brennstoffe (heute Erdgas) für das Heizen der Öfen brauchen».

Klimaschutz sei für ihn kein leeres Wort, meint der Geschäftsführer, «es hat mich gestört, dass wir viel CO2 produzieren und die Abwärme unserer Öfen, zwar sauber, aber ungenutzt in die Luft blasen». Das ist vorbei: Jetzt brauchts weniger Primärenergie und weniger CO2.