Lebensraum für Nützlinge, prägendes Landschaftselement, Erosionsschutz und Trittbrett: All diese Funktionen nehmen Hecken wahr– wenn sie richtig gepflegt werden und optimal sowie standortgemäss zusammengesetzt sind. Damit möglichst viele Hecken in Teufenthal ihren Zweck erfüllen, hat die Natur- und Landschaftsschutzkommission einen Heckenpflegekurs organisiert.
Wildhecken sind registriert
Wildhecken stehen vor allem im Landwirtschaftsland und sind in einem kantonalen Register aufgeführt. Dies erlaubte es der Kommission, die Grundstücksbesitzer gezielt anzuschreiben und zu dem Pflegekurs einzuladen. Erfreulich viele Heckenbesitzer nahmen das Angebot an, und so konnte Jakob Müller, Präsident der Naturschutzkommission, am Samstagmorgen über zehn interessierte Teilnehmer begrüssen.
Im theoretischen Teil informierte Marcel Hablützel, Leiter der Forstbetriebsgemeinschaft Region Seon, welcher auch Teufenthal angehört, über den Zweck und die richtige Pflege der Hecken. Diese Kleingehölze sind besonders wichtig als Lebensraum für verschiedene Tiere. Ausserdem vernetzen sie die Landschaft und dienen dem Wild beim Wechsel ihres Standortes als Zwischenstation und Trittbrett.
Um auch schwächeren Pflanzen, die dafür häufig ökologisch sehr wertvoll sind, eine gute Lebensgrundlage zu bieten, muss die Wildhecke regelmässig geschnitten werden. Regelmässig, das heisst etwa alle fünf bis zehn Jahre. Die Kursteilnehmer erfuhren, dass schnell wachsende Sträucher wie zum Beispiel Hasel oder Geissblatt auf den Stock gesetzt werden können. Andere Arten muss man jedoch gezielt und schonend zurückschneiden.
Praktisches Üben am Objekt
Im zweiten Teil konnte direkt an einer bestehenden Hecke geübt werden. Als besonders wichtig stellte sich die Kenntnis der verschiedenen Baum- und Straucharten heraus. Diese sollten auch im Winter bestimmt werden können, denn die Hecke muss in der laublosen Zeit zwischen November und März geschnitten werden. Vor allem auf die unterschiedliche Gestaltung des Marks bei den verschiedenen Arten wies Förster Marcel Hablützel hin.
Danach entschieden die Kursteilnehmer, welche Sträucher geschnitten und welche stehen gelassen werden sollten. «Neben dem ökologischen Aspekt gibt es auch den wirtschaftlichen», erklärte Hablützel. «Deshalb gibt es verschiedene Arten, wie eine Hecke gepflegt werden kann. Aber Hauptsache ist, man macht überhaupt etwas.»
Der Kursleiter hatte verschiedene Werkzeuge mitgebracht und informierte über deren Einsatzmöglichkeiten. Wer Erfahrung im Holzen hatte und schnittfeste Hosen trug, durfte mit der Motorsäge die vorher ausgewählten Sträucher und Bäume fällen. Die übrigen Kursteilnehmer machten sich mit Gertel und Baumsäge an die Arbeit und räumten das Schnittgut weg.
Hecken bleiben Thema
Der Kurs wurde von den Teilnehmern durchwegs positiv bewertet. Ernst Dumont, Besitzer der Hecke, an welcher die praktischen Arbeiten ausgeführt wurden, schätzte es, zu sehen, wie eine Heckenpflege professionell durchgeführt wird. Auch Landwirt Hansruedi Lehner, der viel Erfahrung im Holzen hat, konnte profitieren. «Vor allem habe ich die Namen von Pflanzen, die ich eigentlich kenne, gelernt.» Die Natur- und Landschaftsschutzkommission Teufenthal will sich weiterhin für die Hecken einsetzen; ausserdem ist ein Projekt zur Förderung von Hochstammobstbäumen geplant.