Reinach, 12.45 Uhr: Ein Postauto fährt im Wynental planmässig nach Beinwil am See. Der Chauffeur ist mit einem Postauto-Ausbildner unterwegs. Er will seine neue Strecke kennenlernen, auf der er zukünftig öfters fahren soll.
Bahnschranke war geschlossen
Doch als das Postauto auf der abfallenden Spitalstrasse Richtung Reinach Dorf fährt, streiken offenbar plötzlich die Bremsen.
Beim dortigen Bahnübergang ist die Schranke geschlossen. Der Bus durchbricht diese, fährt unkontrolliert weiter Richtung Kreisel der Spitalstrasse. Dort donnert das Postauto in eine Betonwand, wobei der Fahrer durch das Postauto geschleudert wird und schwer verletzt auf dem Strassenboden liegen bleibt. Er wird später mit der Ambulanz ins Spital gefahren.
Das Postauto dreht sich in der Folge selbständig ab und kommt dann auf der Hauptstrasse zum Stilllstand. «Ob es sich beim Unfall um einen technischen Defekt handelt oder ein Bedienungsfehler vorliegt, wird nun ermittelt», sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei vor Ort gegenüber der az.
Keine Passagiere im Postauto
Klar ist: Es müssen zu diesem Zeitpunkt dutzende Schutzengel über Reinach wachen, alle Beteiligten hatten grosses Glück. So ist es kaum auszudenken, was hätte passieren können, wenn der Regionalzug früher beim Bahnübergang eingetroffen wäre. Auch waren zu diesem Zeitpunkt keine Autos beim Kreisel – oder gar Fussgänger auf dem Trottoir – unterwegs.
Ausserdem befanden sich während der Fahrt zufälligerweise keine Passagiere im Postauto. «Obwohl der Chauffeur schwer verletzt wurde, darf man tatsächlich von einem Wunder sprechen, dass nicht mehr Personen involviert waren», sagt Graser.
Die Hauptstrasse musste mehrere Stunden gesperrt werden. Für die Umleitung war die Feuerwehr zuständig. (sha)