Im Zentrum der Ausführungen von Regierungsrat Alex Hürzeler standen die Veränderungen, die auf die Aargauer Schule zukommen mit der Abstimmungsvorlage vom 11. März. Hürzeler betonte, dass viel Bewährtes beibehalten werde, dass die Anpassungen bei den Schulstrukturen – Primarschule-Oberstufe – dafür sorgten, dass sie den Vorgaben der Bundesverfassung gerecht würden.
Damit kam Hürzeler rasch auf die entscheidende Frage zu sprechen: «Die Kantone Tessin und Aargau haben als einzige in der Schweiz 5 Jahre Primarschule und 4 Jahre Oberstufe, alle andern kennen 6/3.»
Hürzeler kennt Widerstand der Lehrer
Hürzeler erklärte, es gehe um die Umstellung der Schulstruktur. «Die dreiteilige Oberstufe mit Bez-Sek-Real bleibt bestehen, wenn sie auch nur noch drei Jahre dauert.» Es sei ihm bewusst, dass es auch unter der Lehrerschaft Widerstand gebe gegen diese Lösung, aber, so Hürzeler: «Das Führen einer pädagogischen Diskussion erübrigt sich heute.» Wenn die Kantone sich nicht auf eine Harmonisierung einigten, werde der Bund Vorschriften erlassen.
In der Fragerunde wollte jemand aus dem Publikum wissen, ob denn in der 6. Klasse das Fächerangebot der Bezirksschule erhalten bleibe. Urs Wilhelm von der Sektion Schulorganisation, der Hürzeler begleitete, erklärte: «Das 6. Schuljahr wird als Primarschule geführt», Fachbezeichnungen wie an der Bez werde es nicht geben. Die Inhalte der Stoffpläne würden sich dem Standard in der Mitte (=Sek) nähern bis zur Einführung des Lehrplans 21.
Hürzeler erklärte, mit den Massnahmen wie Weiterbildungsangeboten, Zusatzlektionen und regionalen Spezialklassen für schwierige Schüler würden die Schulen über die Umstellung hinaus unterstützt. «Es wird die Lehrpersonen beschäftigen, aber ich bin überzeugt, wir werden das schaffen.» Die Umstellung auf 6/3 ist für das Schuljahr 2014/15 geplant, bei Annahme der Vorlage.
Kindergarten bleibt eigene Stufe
Mit der Vorlage wird auch klar, dass der zweijährige Kindergarten verbindlich und als Teil der Volksschule geführt wird. «Im Kindergarten sollen die Kinder spielerisch gefördert werden.» Unterricht in Kulturtechniken finde hier nicht statt, es würden die Grundlagen für das schulische Lernen angeboten.
Mit Zusatzlektionen, einer maximalen Abteilungsgrösse von neu 25 statt 28 Kindern will der Kanton die Primarschule stärken. Zugeteilt werden diese Lektionen über einen Belastungsindex. Ermittelt werden die Ausländer, die Einkommensschwachen- und Sozialhilfequoten der Gemeinden.
Hürzeler hofft auf Zustimmung, auch deshalb, weil viele Gemeinden einen eigentlichen Planungs- und Investitionsstau hätten und endlich klare Vorgaben wünschten.