Eine kurze Umfrage in der Redaktion zeigte: Viele kennen das Spiel nicht und denken wie ich zuerst an Hundesport. Die, die das Spiel kennen, schwärmen aber in den höchsten Tönen davon. So war für mich klar: Dieses Spiel will ich auch ausprobieren. Dass ich dieses Experiment nicht an einem Spieleabend, sondern während eines Turniers mit erfahrenen Spielern wagte, machte mir keine Sorgen – zumindest am Anfang nicht.
«Ich würde ihnen vor dem Turnier gerne noch die Spielregeln erklären», meinte Lilian Rytz, Präsidentin des Vereins Ludothek Kölliken, am Telefon. Ihre Stimme klang etwas besorgt. Ob ich mir mit der Turnierteilnahme doch zu viel vorgenommen hatte?
Eine Stunde bevor das Turnier begann, erklärte Lilian Rytz mir und meinem Freund die Spielregeln. Sie hatte «Sparringspartner» aufgeboten. So konnten wir gleich unser allererstes «DOG» spielen. So viele Karten, die alle etwas anderes bedeuten und unzählige Spielfiguren auf dem Spielfeld – ich verlor total den Überblick. Zum Glück schaut Lilian Rytz aber immer wieder in meine Karten und gab den einen oder anderen Tipp.
Seit 30 Jahren wird «DOG» in der Schweiz gespielt. Ursprünglich stammt es aus Kanada und wurde 1982 von einer Ostschweizerin in die Schweiz «importiert». Da die Regeln damals nur mündlich überliefert wurden, wird in der Schweiz «DOG» etwas anders gespielt als in Kanada – der Spielsucht tut dies keinen Abbruch. Seit 1993 in Stans das erste DOG-Turnier organisiert wurde, finden in der Schweiz immer wieder Turniere statt. Das in Kölliken wurde heuer bereits zum 6. Mal organisiert.
Gleich im ersten Turnierspiel bekamen mein Freund und ich den Meister gezeigt: Nach knapp 21 Minuten hatten wir das Spiel verloren. Gegen die nächsten Gegner zeigte sich ein Lichtblick: Während der Spieldauer von 25 Minuten konnten wir das Spiel zwar nicht beenden, bei der Endabrechnung hatten wir aber mehr Spielfiguren im Zielraum als unsere Gegner. In der nächsten Runde verloren wir wieder – zwar nur knapp – und in Runde vier erkämpften wir ein Unentschieden.
In der letzten Runde trafen wir auf unsere «Sparringspartner». Hatten Sie vor dem Turnier, beim Üben, noch Rücksicht auf uns Anfänger genommen, spielten sie nun ihre ganze Erfahrung aus. Nach nur 17 Minuten hatten sie uns besiegt.
Während die Frauen von der Ludothek die Turnierzettel auswerteten, spielten wir gemeinsam mit unseren «Sparringspartnern» eine weitere Runde ausser Konkurrenz: Das «DOG»-Fieber hatte auch uns gepackt. Und weil nun nicht mehr auf Zeit gespielt wurde, konnten wir uns Zeit nehmen und die Züge durchdenken. Und siehe da: Das erste Mal an diesem Abend gewannen wir ein Spiel!
Am Freitagabend hat erstmals ein Team aus Kölliken das DOG-Turnier der einheimischen Ludothek gewonnen. Bisher haben immer Auswärtige triumphiert. Und ich und mein Freund? Es hat riesigen Spass gemacht, unsere Platzierung ist aber keine Erwähnung wert. Immerhin wurden wir nicht letzte. Und auch nicht zweitletzte.