Sämtliche Wohler Fasnachtsvereine feierten beim Strauschnitt zusammen den Beginn der fünften Jahreszeit. Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet «Planet der Affen». Zum elften Mal fand der Strauschnitt statt - eine Schnapszahl, hinter der jedoch keine Schnapsidee steckt.
Warm mussten sich an diesem Abend allerdings nicht die Fasnächtler, sondern die lokalen Politiker anziehen - allen voran der Wohler Gemeindeammann Walter Dubler, der ebenfalls anwesend war. Denn die Schnitzelbank-Truppe «Aschmierer», die «Kammersänger» und die «Chräe» zogen die Lokalprominenz mächtig durch den Kakao.
So bemängelten die fasnächtlichen Komiker die Kreiseldekoration, die «rostet, bevor man sie postet». Ausserdem stehe das AAA-Rating für Wohlen nicht etwa für hervorragende Kreditwürdigkeit, sondern «für Asylanten, Affen und Ausländer». Lächerlich machten sich die Schnitzelbänke zudem über den Pizza-Automaten, der - gemäss den Aschmierern - bei Verdauungsproblemen prächtig Abhilfe schaffe. Kurz gesagt: Die Fasnächtler gingen nicht zimperlich miteinander um. In der närrischen Zeit werden solche Sticheleien jedoch sportlich genommen.
Altbewährte Artisten
Die Absicht beim Strauschnitt ist jedoch nicht, die Persönlichkeiten der Region in die Pfanne zu hauen. «Es geht hauptsächlich darum, dass alle Wohler Fasnachtsvereine zusammen die närrische Zeit einläuten», erklärt «Wife» Geissmann, Koordinator des Strauschnitts. Dass gewisse Komiker und Musikanten seit dem ersten Jahr auftreten, ist für ihn kein Fluch, sondern ein Segen.
«Sie haben sich jedes Jahr aufs Neue bewährt», meint er. Ausserdem würden bei jedem Strauschnitt aktuelle Themen aufgegriffen - so sei gewährleistet, dass sich die Darbietungen nicht wiederholen. Dennoch betont er, dass auch unbekannte Künstler mit offenen Armen empfangen würden.
Dreimal fällt das Beil
Die Spannung im Wohler Casino stieg, als Brigitte Kunz die Bühne betrat. Die langjährige engagierte Fasnächtlerin hatte heuer die Ehre, den Startschuss in die närrische Zeit abzufeuern. Sie war erst die zweite Frau, die das Fasnachts-Ritual durchführte. Wie es der Brauch will, muss sie ein Beil dreimal auf ein Bündel Stroh schmettern, ehe die Wohler Fasnacht eröffnet ist. Während das Stroh noch in alle Richtungen schiesst, ertönen aus dem rund 350-köpfigen Publikum bereits Gejohle und Freudenrufe: Die Fasnacht im Strohdorf ist offiziell eröffnet.
Die beiden intergalaktischen Moderatoren Hansi Koch und Georges Mack prophezeien denn auch, dass in den nächsten Tagen ein Konfetti-Gewitter über Wohlen herziehen würde. Man spürt: Die Fasnächtler freuen sich auf die kommenden Tage - in den folgenden zwei Wochen werden sie zweifellos noch viel von sich reden geben.