«Der Fall Alstom hat offengelegt, dass auf gesetzlicher Ebene etwas passieren muss», sagt Präsident Stefan Studer gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». «Das heutige Mitwirkungsgesetz ist ein zahnloser Tiger. Wir sollten es endlich an europäische Standards anpassen.» Konkret fordert Studer, jede Firma müsse ihre Arbeitnehmervertreter rechtzeitig und umfassend über den Geschäftsgang, die wirtschaftliche Lage, geplante Entlassungen und Sozialpläne informieren. Verletze eine Firma dieses Recht, müsse sie eine Busse zugunsten der Arbeitnehmer zahlen.

Studer verlangt zudem, die Schweiz müsse die EU-Richtlinie über die Mitsprache in den europäischen Betriebsräten übernehmen. Dann könnten Schweizer Arbeitnehmervertreter in allen europäischen Betriebskommissionen mitsprechen. Heute ist das in vielen Firmen nicht der Fall. «Wegen dem schlechteren Mitwirkungsrecht besteht die Gefahr, dass international tätige Unternehmen eher in der Schweiz Stellen abbauen als in Europa», sagt dazu Thomas Geiser, Professor für Arbeitsrecht an der Universität St. Gallen.

Zusammen mit der Dachorganisation Travail Suisse bauen die Angestellten Schweiz nun politischen Druck auf: Sie wollen ihre Forderungen schon bald dem neuen Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann vorlegen. Und befreundete Parlamentarier sollen entsprechende Vorstösse einreichen.