Meisterschwanden
Aktualisiert am 17.01.12, um 06:48 von Margrit Rüetschi
 

Walter Vogt: Die «Traube» soll weiter ein Wirtshaus bleiben

Die Eingangspartie der «Traube» in Meisterschwanden, die weiter Restaurant bleiben soll.
Quelle: Margrit Rüetschi
Der ehemalige Garagist Walter Vogt hat das verwaiste Restaurant gekauft - nicht seine erste Liegenschaft. Vogt möchte das Wirtshaus am Leben erhalten und die «Traube» mit eingespielten Handwerkern zusammen wieder instand setzen. von Margrit Rüetschi
 

Es sei ein gutes Gefühl gewesen, am Meitlidonnerstag beim fröhlichen Treiben in der «Traube» zu sitzen und zu wissen, dass das Restaurant ihm gehöre, gesteht Walter Vogt. Am Dreikönigstag wurde der Kaufvertrag mit den Erben der verstorbenen Wirtin Trudi Gerber unterzeichnet, ab dem 1. Februar 2012 geht die Liegenschaft mit «Nutzen und Recht» an den Meisterschwander über.

Der neue Besitzer weiss nicht genau, in welchem Jahr das Restaurant erstellt wurde. «Gemäss Versicherungsnummer muss es aber eines der ältesten Häuser in Meisterschwanden sein.»

Es ist nicht die erste Liegenschaft mit langer Tradition, die im Besitz des Garagisten steht, der seinen Betrieb im letzten Jahr an einen Mitarbeiter verpachtet hat. Auch die altehrwürdige «Mühle» an der Seefeldstrasse wurde vor einigen Jahren käuflich von ihm erworben. Auf dem grosszügigen Areal mit Tobelanstoss ist Wild angesiedelt, das die Herzen der Kinder und Wanderer erfreut.

Gebäude in Wengen gekauft

Während im Hintergrund lautstark die Lauberhornabfahrt aus Wengen übertragen wird, erwähnt Walter Vogt beiläufig, dass er in Wengen im Jahre 1996 von einer britischen Investorin eine Liegenschaft mit Kino erworben habe. «Die bereits erteilte Baubewilligung war nur noch vier Monate gültig», sagt er. «Dies wurde für mich zu eng.»

Nach der eingeholten Verlängerung richtete Vogt in besagter Liegenschaft Wohnungen und die Bar Monkey Blue ein. «Das Kino wird weiterhin betrieben und sorgt für einen kulturellen Aufhänger im bekannten Oberländer Touristenort», ist er stolz.

Es gehe ihm nicht darum, sich als Spekulant aufzuführen, hält Walter Vogt fest. Als «Immobilienhai» wolle er schon gar nicht betitelt werden. Liegenschaften mit Tradition vor dem drohenden Abbruch bewahren, die Häuser sanft renovieren und zu einem moderaten Zins vermieten, sei seine Devise.

Auf seine Jugendzeit in Meisterschwanden anspielend, erzählt er, sie sei entbehrungsreich gewesen, wie bei vielen anderen damals auch. Er habe die Achtung und den Respekt für Bestehendes nie verloren, betont er. Viele Häuser in Meisterschwanden seien der Spitzhacke zum Opfer gefallen. Dies sei eine Tendenz, die er nicht unterstützen wolle.

Wirtshaus am Leben erhalten

So geht es ihm auch beim Restaurant Traube darum, das Gebäude mit dem gebührenden Respekt zu renovieren und weiterhin als Restaurant zu nutzen. «Bei der gegenwärtigen Situation punkto Restaurants im Dorf ist es durchaus angebracht, das Wirtshaus am Leben zu erhalten», ist Vogt überzeugt.

Er habe bereits diverse positive Feedbacks von informierten Dorfbewohnern erhalten, freut er sich. Wie gut die Dorfbeiz verankert sei, habe er an den Meitlitagen gemerkt, an denen das Restaurant für wenige Tage aus dem Dornröschenschlaf erwacht und sehr gut besucht worden sei. Die Wohnungen im Ober- und Untergeschoss habe er bereits vermietet, fügt er an.

Auf der Suche nach einem Pächter

Nach erholsamen Urlaubstagen in der Dominikanischen Republik will Walter Vogt im Februar Nägel mit Köpfen machen.

In Eigenregie will der neue Besitzer die «Traube» mit eingespielten Handwerkern, auf die er schon bei anderen Umbauten zählen durfte, instand stellen. Selber sei er in handwerklichen Belangen ebenfalls bewandert. So werde er mit Freude bei den Arbeiten anpacken.

Demnächst will sich der neue Besitzer auf die Suche nach potenziellen Pächtern für das Restaurant machen. Es gehe darum, in der «Traube» gutbürgerliche Gerichte im mittleren Segment anzubieten, meint er. Ihm schwebe auch vor, die geräumige Gartenterrasse auszubauen und diese, mit dem nötigen Lärmschutz ausgestattet, zu einem lauschigen Aufenthaltsort für das Feierabendbier und überhaupt zu einem schönen Sommerplätzchen zu machen.

(az)
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