Steuern
Aktualisiert am 19.02.12, um 14:13 von Andreas Toggweiler
 

Nur der Steuerfranken ist bei der Steuerverwaltung nicht virtuell

Steuererklärung 2011: In Solothurn herrscht noch Nachholbedarf im Online-Bereich. Felix Gerber
Fast drei Viertel der bernischen Steuerpflichtigen, genauer 73 Prozent, füllten 2011 ihre Steuererklärung am Computer aus. Der Kanton Bern betreibt umfassende Online-Strategie bei den Steuern – Solothurn plant Portal-Einführung 2014. von Andreas Toggweiler
 

Nur noch ein Viertel benutzt die traditionellen Steuerformulare auf Papier. «Der hohe Wert ist sicher auch darin begründet, dass wir mit TaxMe-Online eine benutzerfreundliche Lösung anbieten, welche für die Steuerpflichtigen ein echter Gewinn ist, meint Yvonne von Kauffungen, Kommunikationsverantwortliche der bernischen Steuerverwaltung. Zusätzlich erlaubt ein Portal im Internet viel mehr, als nur die Steuererklärung online auszufüllen. Praktisch der ganze Papierkram kann ins Internet verlagert werden: Fristverlängerung, Belege sammeln, diese elektronisch nachreichen und einsehen, Veranlagungsstand und Veranlagungsverfügungen der letzten Jahre einsehen. Selbst Einsprache kann man elektronisch einreichen.

Über das TaxMe-Portal gibts auch Einblick in den Zahlungsverkehr des Steuerbezugs: Kontoauszüge, Übersicht über Steuerausstände und das Vorauszahlungskonto sind abrufbar. «Würde der Bund nicht auf Papierbelege über Einzahlungen in 2. und 3. Säule bestehen, könnte die Steuererklärung praktisch ganz papierlos eingereicht werden», meint Yvonne von Kauffungen. Das einzige Dokument, das gedruckt einzureichen ist, ist die Freigabequittung, nachdem alle Daten online ausgefüllt sind. Belege muss man im Kanton Bern (mit Ausnahme der erwähnten) nur auf Verlangen einreichen.

Vergleichbar mit E-Banking-Lösung

Das TaxMe-Portal mit elektronischer Identifizierung und Passwort sei mit einer E-Banking-Lösung vergleichbar, erklärt von Kauffungen. Alle Dokumente und Informationen werden auf dem Server des Kantons gespeichert.

Diese elektronische Rundumbetreuung wird zurzeit von 55 000 Personen genutzt. 420 000 oder 7 von 10 Steuerpflichtigen begnügen sich aber vorerst noch damit, die Steuererklärung elektronisch auszufüllen, sei dies direkt im Internet oder über das Programm auf CD. Letzteres erfordert aber nach wie vor ein Ausdrucken der Unterlagen und den Versand per Post.

Seit Anfang 2011 kann man mit TaxMe-Mobile sogar mit dem iPhone Abzüge erfassen und übermitteln. Eine kostenlose App steht auf iTunes bereit. Für von Kauffungen ist das mehr als nur eine Spielerei. «Weil schon so viele Leute ihre Steuererklärung elektronisch ausfüllen, müssen wir nach Möglichkeiten Ausschau halten, um die anderen Steuerpflichtigen auch noch anzusprechen.» Die iPhone-App ist eine davon. Zudem wurde dieses Jahr erstmals auf den Druck einer Wegleitung verzichtet, was eine halbe Million Franken Druck- und Versandkostensparte.

Filme erklären, wie es geht

Wer Näheres zur Steuererklärung wissen will, kommt im Kanton Bern ums Internet kaum herum. Dort wird es multimedial: Ein Dutzend Youtube-Kurzfilme zeigen, wie man TaxMe-Online einsetzt. Erstmals bietet der Kanton Bern an acht Abenden eine Telefon-Hotline nach Feierabend an. «Wir wurden von den Anfragen richtiggehend überrannt», so von Kauffungen zu den ersten Durchgängen, erinnert aber daran, dass die Steuerverwaltung zu Bürozeiten jederzeit erreichbar sei.

Was gewinnt der Kanton Bern durch die umfassende Online-Strategie im Steuerbereich? – «Wir sparen Zeit und Personal ein, weil wir die Daten nicht mehr selber erfassen müssen», meint von Kauffungen. Auch werde eine mögliche Fehlerquelle ausgeschaltet und so die Qualität erhöht. Auch für die Steuerpflichtigen bedeute es einen Komfortgewinn. «Wir bekommen sehr viele positive Rückmeldungen.»

(az Solothurner Zeitung)
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