Nach dem verheerenden Grossbrand vom 13.November 2009 hat der Lebensmittelhersteller schon im Verlauf des Jahres 2010 die Produktion ins Stammhaus Lenzburg verlagert. Was mit der Liegenschaft in Egliswil passieren würde, liess Traitafina-Besitzer Hermann Bader damals noch offen.

Inzwischen hat die Brandruine am Dorfeingang einen neuen Besitzer. Die Stiftung für psychosoziale Integration von Kindern und Jugendlichen (ikj), eine selbstständige Institution des Kantons Aargau im Bereich Sonderschulen und stationäre Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, will hier ein neues Kompetenzzentrum errichten. Was genau in Egliswil geplant wird, darüber will ikj laut Stiftungspräsiden-tin Edith Lüscher demnächst detailliert informieren.

Traitafina Egliswil 2009 in Vollbrand
Traitafina Egliswil 2009 in Vollbrand

Bereits bestätigen konnte Lüscher, dass das alte Gebäude abgebrochen und ein Neubau erstellt werden soll.
Es würden in Egliswil damit auch neue Arbeitsplätze zur Betreuung von Jugendlichen geschaffen, erklärte Lüscher weiter.

ikj wurde im April 2007 als Stiftung für verhaltensgestörte Kinder mit Sitz in Baden gegründet. Die Stiftung bezweckte vorab die Förderung der therapeutischen, pädagogischen und sozialen Massnahmen zugunsten von normal begabten Kindern und Jugendlichen mit Verhaltens- und Leistungsstörungen sowie mit psychosozialen Schwierigkeiten. Zur Erreichung des Stiftungszwecks werden entsprechende Institutionen errichtet.

1975 wurde eine erste Therapiestation in Ennetbaden eröffnet. 1978 erfolgte die Übernahme der Trägerschaft für die Sozialpädagogischen Gemeinschaften mit der Zentrale in Bremgarten und den drei Gemeinschaften in Eggenwil, Waltenschwil und Wohlen. 1994 wurde der Stiftungsname in «Stiftung für psychosoziale Integration von Kindern und Jugendlichen» geändert sowie 1999 in Bremgarten eine Geschäftsstelle als zentrale Dienstleistungsstelle geschaffen. Von dort aus werden heu-
te die vier sozialpädagogischen Gemeinschaften in Bremgarten, Baden, Muri und Wohlen betreut sowie die beiden Therapiestationen in Ennetbaden und Koblenz.

Millionenschaden nach Brand

Dort, wo ikj jetzt das neue Kompetenzzentrum plant, hat Traitafina bis 2009 Salatdressing, Traiteursalate, Fertigmenüs und weitere Convenience-Produkte hergestellt. Nach dem Brand, der einen Millionenschaden verursachte, wurde vorerst ein Teil der Produktion ins Stammhaus nach Lenzburg ausgelagert, ein weiterer Teil unter erschwerten Bedingungen provisorisch in einem von der Feuersbrunst weniger tangierten Gebäudeteil eingerichtet.

Um Kosten, unter anderem für das seit dem Brand dort stehende Notdach, sparen zu können, soll die Brandruine jetzt rasch abgebrochen werden. Laut Gemeinderat Egliswil wird die dazu nötige Bewilligung demnächst erteilt werden können.