«Geh aus mein Herz und suche Freud.» Diesen Titel eines Sommerliedes zitierte der Lenzburger Stadtammann Daniel Mosimann an der samstäglichen Einweihung der E-Bike-Geniesserstrecke «Herzschlaufe Seetal». Und meinte damit wohl «Geh aus ‹Herzschlaufe› und bereite Freud.»

Die «Herzschlaufe Seetal» ist ein 120 Kilometer langer Seitenast der berühmten «Herzroute», die den Genfer- mit dem Bodensee verbindet. Wie beim grossen Bruder führt auch die «Herzschlaufe» über wenig befahrene Strecken, wo selbst Einheimische noch touristische, kulturelle und kulinarische Entdeckungen machen können.

«Wir verbinden das Erlebnis E-Bike-Fahren mit Genuss», so Paul Hasler, der Gründervater der «Herzroute» an der Eröffnung in Lenzburg. Er, der bei der Routenwahl entscheidend mitgeholfen hat, wand den Verantwortlichen vom Verein Seetaltourismus ein grosses Kränzchen: «Es ist ein Zeichen der Grösse, dass die Grenze des eigentlichen Handlungsgebietes gesprengt wird.» Die «Herzschlaufe» führt denn auch mehrheitlich auf Hügelzügen rund ums Seetal und macht mit dem Abstecher ins Ruedertal «eine bedenkliche Beule in Richtung Westen» (Hasler).

Erstmals selbst Anbieter

Nicht wegen solcher Details, sondern auch wegen grundsätzlicher Fragen habe Seetaltourismus «nicht gleich ‹Juhe› gerufen», als die Anfrage kam, ob der Verein die Verantwortung für das Projekt übernehmen wolle. Präsident René Bossard liess in seiner Begrüssung zu Einweihung und Premierenfahrt die Entstehungsgeschichte Revue passieren. Erstmals in der Vereinsgeschichte tritt hier Seetaltourismus nicht als Vermarktungsorganisation, sondern als Anbieter auf; «dementsprechend lang ging es bis zum Entscheid».

Vor zwei Jahren wurde eine erste Vereinbarung unterschrieben, vor einem Jahr wurde mit einer öffentlichen Orientierung der interne Startschuss gegeben, an dem Bossard die «gewagte Aussage» machte, im April 2016 solle die Einweihung erfolgen.

Enthusiastische Projektleiterin

Auf den letzten Tag hats geklappt, nicht zuletzt dank dem unermüdlichen Einsatz und dem ansteckenden Enthusiasmus von Projektleiterin Diana Fry, die neben vielen andern Aufgaben den ganzen Verkehr mit Behörden und Landeigentümern koordinierte. Nun sind die 120 Kilometer, aufgeteilt in einen Ost- und Westast, beschildert, und im druckfrischen Routenführer sind Strecke und lohnende Zwischenziele aufgeführt. Als Mietstation am Nordende der Schlaufe konnte das «Local», Café, Restaurant und Bäckerei an der Lenzburger Bahnhofstrasse, gewonnen werden.

Auf die Position Lenzburgs kam auch Stadtammann Mosimann in seinem Grusswort zu sprechen: «Lenzburg ist Start-, End- oder Wendepunkt, aber sicher Höhepunkt der ‹Herzschlaufe› – zumindest auf der Landkarte.»