Seon
Aktualisiert am 17.02.12, um 12:05 von Pascal Meier
 

Nach zehn Jahren orientiert sich «Sternen»-Wirt neu

Ein Teil des «Sternen»-Teams:
Das Wirtepaar Martin und Sonja Blaser mit Drittlehrjahrstift Marco «Büüro» Bühler (links), dem Koch Flavio Tanner (hinten) sowie den beiden Servicefachangestellten Tanja Bolliger und Tiffany Rimann (rechts).
Quelle: Pascal Meier
Im «Sternen» geht eine zehnjährige Ära zu Ende. Das Wirtepaar Blaser verlässt den Seoner Gasthof im Sommer und will sich neu orientieren. von Pascal Meier
 

Gibt ein Wirt ein Restaurant auf, sind die Hintergründe oft unerfreulich. Zu wenig Gäste, zu hohe Investition oder gesundheitliche Probleme sind oft genannte Gründe, warum Wirte den Bettel hinschmeissen.

Beim Seoner «Sternen», der im Sommer in neue Hände kommt, kann von «Bettel hinschmeissen» keine Rede sein. «Ich bin gerne Wirt, habe aber noch andere Pläne im Leben», sagt Martin Blaser.

Meinungsverschiedenheiten mit Besitzer

Der «Sternen»-Wirt hat mit seiner Frau Sonja entschieden, den Pachtvertrag nach zehn Jahren nicht mehr zu verlängern. «Ich bin mit 47 Jahren in einem Alter, das eine berufliche Veränderung noch zulässt.» Zu den Gerüchten über Konflikte mit dem Vermieter hält Martin Blaser fest: «Es gibt zwar unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft des Gasthofs, dies ist jedoch nicht der Grund für unseren Entscheid.»

Wohin es Martin und Sonja Blaser im Sommer zieht, wollen die beiden noch nicht verraten. Man werde in der Lebensmittelbranche bleiben, heisst es – in jenem Berufsfeld also, das Martin Blaser von der Stifti an kennt: Nach der Ausbildung zum Koch reiste der Berner Oberländer als Saisonnier durch die ganze Schweiz, bis er Anfang 1990er-Jahre die Wirteprüfung im Sack hatte und die «Linde» in Egliswil übernahm. Nach zehn Jahren bot sich dann die Gelegenheit, den «Sternen» in Seon zu pachten.

Gutes Verhältnis zu Vereinen

Jetzt, im 22. Jahr als Wirt, hat Martin Blaser wieder Lust auf eine Veränderung. Wenn er jedoch am Stammtisch von der geplanten Austrinkete am 14. Juli erzählt, schwingt Wehmut mit. «Ich fühle mich in Seon zu Hause und möchte keinen Tag missen.»

Toll sei vor allem das gute Verhältnis mit allen Dorfvereinen – allen voran den Radfahrern vom Velo + Bike Team Seetal sowie der Musikgesellschaft, die im «Sternen» Stammtisch und Fahnenkasten haben.

Die Seoner Musikanten bedauern den Wirtewechsel: «Martin Blaser ist ein angenehmer und kompetenter Wirt», sagt Andreas Fischer, Präsident der Musikgesellschaft Seon. «Bei ihm gab es nie ein Nein, auch nicht bei spontanen Anliegen.» Umgekehrt hat Blaser auch von der Musikgesellschaft profitieren können, am Aargauer Musiktag 2011 etwa, als es galt, das Catering zu übernehmen.

Diese Zusammenarbeit ist nun vorbei und die Suche nach einem neuen «Sternen»-Pächter läuft. «Mein Nachfolger kann einen Betrieb übernehmen, der gut unterwegs ist», sagt Martin Blaser mit Befriedigung. Wer nach ihm in der Küche steht, müsse zwar ebenfalls viel leisten. Die Voraussetzungen seien aber bestens.

Zu einem sauberen Schlussstrich gehören für Martin Blaser aber vor allem eines: zufriedene Kunden. Der «Sternen»-Wirt erwähnt deshalb im Gespräch einen Punkt immer wieder: «Wer noch Gutscheine hat, soll diese bis im Sommer unbedingt noch einlösen.»

 

(az Aargauer Zeitung)