Schreckliches ist passiert!

Unglaubliches ist passiert!

…und das alles in Rupperswil, mitten unter uns!

Sehr geehrte Damen und Herren

Liebe Trauergemeinde

Liebe Freunde

Mit einer unbeschreiblichen Brutalität sind am 21. Dezember 2015 vier lieb gewonnene Mitmenschen, vier Nachbarsleute, vier Mitbürger umgebracht und aus unserer Mitte gerissen worden. Dieses unfassbare Ereignis hat das Leben im Spitzbirrli – in Rupperswil – in der ganzen Schweiz mit einem Schlag verändert. Wir alle sind erschüttert über die Gräueltat. Wir alle sind fassungslos, über das, was passiert ist. Wir alle sind verunsichert und wissen kaum, wie wir uns verhalten müssen. Wir alle sind aber vor allem traurig über den Verlust von

·                 von Carla Schauer,

·                 vom Dion Schauer,

·                 vom Davin Schauer und

·                 von Simona F.

Im Namen vom Gemeinderat, von der ganzen Robischwiler Bevölkerung und von allen Leuten in unserem Land spreche ich den Trauerfamilien von den lieben Verstorbenen das aufrichtige, tief empfundene Beileid aus. In dieser schweren Zeit sind wir in Gedanken bei diesen Familien, welche ihre Liebsten verloren haben.

«Es war sehr emotional»: So hat Pfarrer Christian Bühler die Trauerfeier für die Opfer von Rupperswil erlebt.

In einem solchen Moment ist man macht- und hilflos – und so ist es auch dem Gemeinderat ergangen. Wie aktiv soll man sein? Was soll man machen – was sagen? Was wird erwartet? Was ist angebracht – was aufdringlich – was pietätlos? Fragen über Fragen! Fragen, für die es kein Rezept – keine Patentlösung gibt. Als der Gemeinderat von dem Ereignis erfahren hat, hat er sich getroffen, um zu besprechen, was er machen kann. Man war sich schnell einig, dass man einerseits die Anteilnahme und das Beileid ausdrücken und andererseits unterstützen will. Der Gemeinderat bietet allen – den Angehörigen und der Bevölkerung – seine Unterstützung an. Unsere Türen sind offen. Wir sind für Sie da. Wir wollen aber nicht aufdringlich sondern diskret, einfühlsam und dienstbereit sein.

Das Ereignis und die Verarbeitung davon ist auch eine riesige Herausforderung für die Verwandten, Bekannten, Freunden, Nachbarn, Bevölkerung. Wie soll man sich verhalten? Wer waren die Täter? Was war das Motiv? Was bedeutet der Anschlag für uns persönlich? Auch da: Fragen über Fragen! Fragen, auf die wir keine oder noch keine befriedigende Antwort kennen.

Der Gemeinderat hat einen grossen Respekt vor dem furchtlosen, psychisch belastenden Einsatz von der Feuerwehr und vor der kompetenten Arbeit der Polizei, welche den Fall akribisch angegangen ist und alles daran setzt, um in bald zu klären. All diese Feuerwehrleute und Polizeibeamte haben einen überdurchschnittlich grossen Einsatz geleistet. Ihnen gebührt die Anerkennung und der Dank von uns allen.

Was in unserem schönen, beschaulichen immer noch ländlichen Dorf vorgefallen ist, regt zum Nachdenken an – zum Nachdenken über den Wert des Lebens, über die Bedeutung von unseren Nachbarn und Mitmenschen, über unser Verhältnis zu diesen, über den immer stärker werdende Individualismus oder über den Wert der Gemeinschaft und deren Pflege. Darum gehen wir doch in der nächsten Zeit wieder vermehrt und aktiv auf unsere Mitmenschen zu! Suchen wir den Kontakt! Fügen wir uns in eine beschützende Quartier- oder Dorfgemeinschaft ein. Denn zusammen geht es immer besser. Nur gemeinsam sind wir stark.

Heute umgibt uns noch ein unsäglicher Schmerz, eine aufgestaute Wut, eine Verzweiflung, eine Hilflosigkeit. Doch einmal müssen auch wir wieder zur Tagesordnung übergehen, denn das Leben geht weiter. Unsere jungen Freunde und begnadeten Fussballer Dion und Davin würden jetzt, wenn sie noch unter uns wären, vielleicht sagen: Der Ball rollt weiter und weiter und weiter – bis er im Goal liegt.

Beten wir dafür, dass mit der fortschreitenden Zeit das Leid erträglicher wird und eine Ruhe einkehrt.

Ich wünsche Ihnen allen viel Kraft, Mut, Zuversicht und Gottes Segen in dieser schweren Zeit.

Alles zur Abdankungsfeier hier.

«Ich bin mit ihnen aufgewachsen – ich bin traurig, aber auch hässig»: Rupperswil nimmt Abschied von Familie Schauer.

Trauerfeier: 700 Trauergäste haben in Rupperswil Abschied von Carla Schauer (48) und ihren Söhnen Dion (19) und Davin (13) genommen. In einer bedrückenden, bewegenden Trauerfeier sprachen neben dem Pfarrer auch der Gemeindeammann und Davins Klassenlehrerin. 

Der Rupperswiler Gemeindeammann Ruedi Hediger.

Der Rupperswiler Gemeindeammann Ruedi Hediger.

Gedenkfeier für die Opfer von Rupperswil

Die Trauerfeier von drei der vier Opfer von Rupperswil hat begonnen. Über 500 Personen aus dem näheren Umfeld der Opfer, Mitschüler der Söhne und Bewohner von Rupperswil sind anwesend.