Ausgerechnet für den Raum «Motivationsmittel» hatte es dem Stapferhausteam letzten Endes nicht an Motivation, sondern an finanziellen Mitteln gefehlt: Der Raum wurde zugunsten eines anderen gestrichen, um im Budget von einer knappen Million zu bleiben.

Doch nun reicht das Geld doch, denn: 43 000 Personen haben bis Ende August die Ausstellung im Zeughaus besucht. Das sind doppelt so viele wie erwartet – und das trotz Sommerloch. «Ein schöner Sommer wie dieser ist der Horror für jedes Museum oder Kunsthaus», bestätigt Projektleiter Detlef Vögeli. «Die Besuche sind stark eingebrochen.» Das sei normal. «Wir hoffen auf einen starken Herbst.» Mit dem aktuellen Zwischenergebnis ist er zufrieden. Dass die Besucher ihren Eintrittspreis selber bestimmen dürfen, habe sich bewährt: «Manche geben etwas mehr, andere etwas weniger – im Schnitt geht die Rechnung für uns auf», so Vögeli. Systematisch seien die Eintrittspreise aber noch nicht ausgezählt worden. «Das werden wir am Ende der Ausstellung machen.» Man habe mit doppelt so vielen Besuchern aber auch etwa doppelt so viel verdient wie erwartet.

Sinn und Zweck von Geld

Schuld daran, dass der Raum «Motivationsmittel» zu Beginn der Ausstellung nicht umgesetzt werden konnte, war jedoch keine Fehlkalkulation: «Wir hatten später im Planungsprozess die Idee mit dem Raum voller Fünfräppler.» Dieser sei sehr kostenintensiv. «Nicht etwa aufgrund des Geldes, das am Boden liegt, das lässt sich ja wieder auf unser Konto einzahlen. Viel mehr war der Transport sehr kostspielig. Und auch das Aufrollen wird etwa 15 000 Franken kosten.»

Verhalten, wenn es um Geld geht

Im Dank den Mehreinnahmen neu eröffneten Raum können zwei Besucher gegeneinander antreten. Statt den zunächst geplanten Spielautomaten wurde eine kleine Bühne mit zwei Hockern und Bildschirmen installiert. Als etwas günstigere Alternative. Im Stile von «Wer wird Millionär» muss man Fragen über den Einfluss von Geld auf unser Verhalten beantworten.»

Zum Beispiel herrschte in einer indischen Stadt einmal eine Schlangenplage. Was geschah, als die Regierung ein Kopfgeld auf erschlagene Schlangen aussprach? Wurden daraufhin etwa mehr Schlangen getötet? Oder wurden sie gar ausgerottet? Hat man sie gezüchtet? Ein Menschenkenner wird nun von sich behaupten, die Antwort bereits zu kennen. Doch Achtung: Nicht auf jede Frage gibt es eine klare Antwort. «Das Spiel soll die Besucher zum Nachdenken bewegen», erklärt Vögeli. Immer wieder sei man damit konfrontiert, dass sich Menschen anders verhalten, wenn Geld involviert ist.