Es knallt wieder in der Region Lenzburg. Seit Anfang November tummeln sich die Chlausklöpfer am frühen Abend auf den Strassen und Dorfplätzen. Dort schwingen sie elegant die Geisseln und hoffen, dass es so richtig laut knallt. Denn das weckt den Samichlaus, der Nüssli und Mandarinli bringt. Das traditionelle Chlausklöpfen soll zudem nach vorchristlichem Glauben die bösen Wintergeister und Dämonen vertreiben. Ein schöner Brauch.

Auch in Hunzenschwil knallt es in diesen Tagen, allerdings mit unschönen Nebengeräuschen. Am vergangenen Donnerstag gab es auf der Bahnhofstrasse einen Zwischenfall: eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen einem Nachbarn und mehreren Kindern, wie die Kantonspolizei auf Anfrage der az bestätigt. Die Mutter eines Mädchens erstattete Anzeige.

Kind klagt über Kopfschmerzen

Was ist passiert? Mehrere Nachbarn schildern den Vorfall übereinstimmend: Demnach übten etwa acht Kindergärtler und Primarschüler zwischen 17 und 18 Uhr auf der Bahnhofstrasse mit ihren Geisseln. Es knallte und klöpfte, die Kinder lachten. Das passte einem Nachbarn nicht: Er baute sich vor den Kindern auf und schickte sie weg. Der Mann ging wieder ins Haus. Weil die Kinder blieben, kam er zurück, schrie die Mädchen und Buben an und verschwand. So ging das mehrere Mal. Der wütende Nachbar stritt auch mit einer Mutter. Diese sagte, er solle die Kinder endlich in Ruhe lassen.

Dann eskalierte es: Der Nachbar riss einem Mädchen (11) die Geissel aus der Hand. Ein anderer Nachbar ging dazwischen. Zu spät: Als der zornige Nachbar dem Mädchen die Geissel aus der Hand riss, verletzte sich das Kind leicht. Das Mädchen klagte darauf über starke Kopfschmerzen. Eine Prellung.

«Eltern haben Angst um Kinder»

Es ist nicht das erste Mal, dass der Mann sich wegen des Geisselklöpfens aufregt. Er führt im Quartier ein Bordell (es handelt sich nicht um den Erotik-Klub «Glamour Girls»). Der Lärm störe die Kundschaft, habe er geklagt. Das erzählen Nachbarn. «Auch vor einem Jahr kam er auf die Strasse, beschimpfte die Kinder, ging zurück ins Haus und kam dann wieder; dies mehrmals», so eine Anwohnerin. Sie nennt den Bordell-Besitzer seither nur noch «Bumerang».

Eine Nachbarin sagt zudem: «Die Eltern haben Angst um ihre Kinder.» Das Chlausklöpfen sei eine Tradition und gehöre zum Dorf. «Es ist schade, dass sich Leute darüber aufregen. Als unsere Buben vor vielen Jahren klöpften, haben sie dafür Geld bekommen.»