Kinderbetreuung
Aktualisiert am 23.11.11, um 13:28
 

Kanton soll Hälfte der Kosten für Krippenplätze übernehmen

Regierung und Paralmment können sich weiter nicht einigen, wer im Kanton die Krippenplätze für erwerbstätige Eltern bezahlen soll. Die grossrätliche Kommission für Gesundheit (KSG) und Sozialwesen will den Kanton in die Pflicht nehmen.
 

Das Hickhack, wer für die Kosten der Krippenplätzen aufkommen soll, geht weiter. Die grossrätliche Kommission hält auch in ihrer zweiten Lesung daran fest, dass der Kanton für die Hälfte der Kosten von 70 Millonen aufkommen soll.

Der Regierungsrat dagegen will nur für einen Fünftel der Kosten gerade Stehen. Das entspricht 14 Millionen Franken pro Jahr. Die restlichen 80 Prozent sollen die Gemeinden übernehmen. Das hat er so beantragt und ist damit bei der KSG nun zum zweiten Mal abgeblitzt. Den Gemeinden könnten nicht weitere Kosten aufgebürdet werden, begründet die Kommission ihere Haltung. Ähnlich hatte sie bereits im Sommer argumentiert.

Eltern sollen bezahlen

Einigkeit herrscht dagegen, dass die Eltern ebenfalls einen Beitrag leisten müssen. Bis zu einem Einkommen von 30000 Franken sollen sie für einen Mindestbeitrag geradestehen. Wer mehr verdient, soll mehr bezahlen. Der Beitrag soll aber höchstens die effektiven Kosten decken. Damit will die Kommission verhindern, dass im Krippenbereich eine Querfinanzierung von wenig begüterten Eltern durch wohlsituierte entsteht.

Für Zündstoff sorgen dürfte auch die Forderung der Kommission nach mehr ausgebildetem Personal. Die Mitglieder haben einem Antrag knapp zugestimmt, wonach die Hälfte der Betreuungspersonen in Kindertagesstätten eine qualifizierte Ausbildung haben muss. Der Regierungsrat hatte nur einen Drittel gefordert.

Missstand mit Praktikanten und Praktikantinnen

Die Kommission begründet diesen Antrag mit den fehlenden Ausbildungsplätzen in der Kinderbetreuung. Zu oft würden Tagesstätten auf Praktikantinnen und Praktikanten zurückgreifen, ohne sie aber anschliessend auszubilden. Diesem Missstand möchte die Kommission Gegensteuer geben.

Die Kommission spricht sich ferner dafür aus, dass die Ge-meinden die Kinderbetreuungsstrukturen weiterhin nach ihrem effektiven Bedarf und ihren Möglichkeiten ausgestalten können. Bisherige Angebote sollen kei-neswegs verhindert oder abgewertet werden.

Der Grosse Rat wird die Vorlage voraussichtlich am 10. Januar 2012 beraten.

 

(az)
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