Vom 1. April bis zum 31. Juli müssen im Aargau Hundehalter auch im Wald oder auf den Waldwegen ihre Hunde an der Leine führen. Das hält das Gesetz in der kantonalen Jagdverordnung seit dem 1.1.2010 klar fest.

Bis Ende 2009 war im Gesetz lediglich geregelt, dass zwar Hunde im Wald an der Leine geführt werden müssen, jedoch Hunde «auf ausgebauten Waldwegen unter direkter Aufsicht ihres Führers» ausgenommen sind (siehe Wortlaut des Gesetzes nachstehend).

«Das war sehr schwammig formuliert. Nun wurde ein Zeitfenster vorgegeben, das Klarheit schafft», sagt Dominik Thiel von der Aargauer Jagdverwaltung.

Das Gesetz in Wortlaut in der Jagdverordnung des Kantons Aargau

Gesetz von 1.1.1970 bis 31.12.2009

§6
1. Im Wald müssen Hunde an der Leine geführt werden.
2. Ausgenommen sind Hunde auf ausgebauten Waldwegen unter direkter Aufsicht ihres Führers und Jagdhunde beim jagdlichen Einsatz.
3. Ausgenommen sind ferner Hunde bei Dressurübungen, denen Gemeinderat und Jagdpächter von Fall zu Fall oder generell zugestimmt haben.

Das neue Gesetz in Kraft seit 1.1.2010

§21
1. Hunde sind im Wald und am Waldrand vom 1. April bis 31. Juli an der Leine zu führen. In der übrigen zeit können Hunde auf Waldstrassen unter direkter Aufsicht ohne Leine geführt werden.
2. Für Jagd- und Polizeihunde beim Einsatz und bei der Ausbildung gelten diese Einschränkungen nicht.

Hundehalter blüht Freiheitsstrafe

Diese Leinenpflicht dient den frei lebenden Tieren im Wald zum ungestörten Brüten und Aufziehen ihrer Nachkommen.

Damit sind alle Hundehalter dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Hunde nicht Wildtiere jagen oder gar wildern. «Die meisten halten das auch ein. Dennoch gibt es Jahr für Jahr einzelne Fälle von Verstössen», weiss Thiel.

Wie viele es aber tatsächlich sind, weiss der Jagdaufseher nicht. Der Aargau führt dazu keine Statistik.

Klar ist: Reisst ein Hund im Wald ein Wildtier, blüht dem Halter eine Busse von bis zu 20'000 Franken.

Kontrolle von Förster, Jagdaufseher oder Polizei

Eine noch höhere Strafe droht einem Hundehalter, wenn er absichtlich zum Wildern mit seinem Hund in den Wald geht. In diesem Fall kann er mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt werden. Das bestätigt Philippe Umbricht, leitender Oberstaatsanwalt des Kantons Aargau, auf Anfrage der az.

Ob Hundehalter sich auch im Wald an das Gesetz halten, kontrollieren Förster, Jagdaufseher oder Regionalpolizeien. Verhalten sich Halter gesetzeswidrig, wird laut Jagdaufseher Thiel aber nicht sofort verzeigt. «Sie werden bei Vergehen erst auf das Gesetz aufmerksam gemacht. Scheuchen Hunde Wildtiere auf oder reissen sie gar welche ziehen wir eine Strafanzeige in Betracht», so Thiel. (sha)