In der Aargauer Kantonsbibliothek lagern 700000 Bücher, Zeitschriften und DVDs. Die Kernaufgabe der Bibliothek ist, alles zu sammeln, was aus dem Kanton Aargau und über den Kanton Aargau herausgegeben wird. Diese Publikationen sind seit 2005 als Online-Katalog abrufbar und können über das Internet bestellt werden. Allerdings war die Navigation in der Vergangenheit unübersichtlich. Die Suche nach einem bestimmten Titel konnte nicht eingeschränkt werden und dem User blieb nicht viel mehr übrig, als sich durch lange Listen zu klicken. Diese Zeiten sind jetzt vorbei.

Ähnlichkeiten zu Amazon

Wer die neue Website aufruft, trifft jetzt auf eine Startseite, wo er die Suche in einem ersten Schritt nach Sachgruppen einschränken kann. Die Themen reichen von Geografie über Wirtschaft und Religion bis zu Literatur. Hilfreich ist auch die Suchfunktion nach bestimmten Verlagen. Innerhalb der Sachgruppen sieht die Oberfläche ähnlich aus wie jene des Online-Versandhauses Amazon. Der User kann seine Suche nach verschiedenen Kriterien eingrenzen und auswählen, welche Medienart er angezeigt bekommen will. Auch der Zeitraum des Publikationsdatums kann jetzt auf fünf Jahre genau definiert werden.

«Noch nicht viele Schweizer Bibliotheken haben eine so einfache Benutzeroberfläche», sagt Ruth Wüst, Direktorin der Aargauer Kantonsbibliothek. ETH und Universität Zürich hätten ihre Systeme ebenfalls vereinfacht. «Unser Ziel ist es, eine gute Dienstleistung anzubieten, damit unsere Kunden schnell und einfach zu ihren Informationen kommen», sagt Wüst. Von einem Kunden dürfe nicht erwartet werden, dass er die Website nur navigieren könne, wenn er ein Fachmann ist.

Mit Facebook vernetzt

Eine weitere Neuheit des Bibliothekskatalogs: Er kann mit Facebook verlinkt werden. «Wir haben bei der neuen Plattform darauf geachtet, dass sie in Richtung Social Media geht», sagt Wüst. Der Benutzer kann Listen der Lieblingsbücher erstellen und diese Listen auf seinem Facebook-Konto veröffentlichen. Auch einzelne Publikationen können via Facebook, Twitter oder Reddit empfohlen werden. Zudem erscheint bei jeder aufgerufenen Publikation ein Button, mit den man ein Buch einer neuen Kategorie zuordnen und so zukünftigen Usern die Sucharbeit erleichtern kann.

Erste Rückmeldungen zeigen, dass die Nutzer der Bibliografie mit der neuen Oberfläche zufrieden sind: «Wir haben von Anfang an sehr gute Feedbacks bekommen», sagt Ruth Wüst. Die gängige Meinung sei, dass es jetzt möglich sei, aus dem Heuhaufen die Stecknadeln herausfiltern zu können.