Ist der Umzug einmal geschafft, steht ein grosser Teil der Arbeit erst noch bevor: Die Möbel müssen wieder aufgebaut, die Kabel neu verlegt und die Lampen montiert werden. Handwerklich unbegabte Menschen fühlen sich von diesen Aufgaben schnell einmal überfordert.

Für sie gibt es nun einen neuen Online-Umzugsdienst, über den sie private Helfer und Kleinunternehmen in der Nähe engagieren können. Lanciert wird der Service, der heute startet, vom Start-up Mila in Zusammenarbeit mit dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ).

Auf dem Portal mila.com offerieren Privatpersonen, sogenannte «EWZ-Friends», und kleine Unternehmen, sogenannte «EWZ-Experts», ihre Dienste. Mit einer Suchanfrage gelangt man zu den Profilen der einzelnen Handwerker, auf denen ihre Fähigkeiten sowie die Preise für ihre Dienste aufgeführt sind. Über ein Kontaktformular kann man dann den gewünschten Service direkt buchen.

Nach der Swisscom, dem Basler Energieversorger (IWB) und Vodafone Deutschland ist das EWZ bereits das vierte grosse Unternehmen, welches das Start-up Mila für eine Partnerschaft überzeugen konnte. «Kunden sollen anderen Kunden helfen. Das ist unser Konzept», sagt Manuel Grenacher, Gründer und CEO von Mila gegenüber der «Nordwestschweiz». Wenn auf diese Weise ein neuer Internetanschluss eingerichtet oder Kabel verlegt werden, profitieren letztlich alle, ist Grenacher überzeugt: Der eine Kunde hat sein Problem gelöst, der andere etwas hinzuverdient und das Unternehmen selber zwei Kunden glücklich gemacht.

Swisscom ist Vorreiterin

Sharing oder Collaborative Economy nennt sich dieser Trend, bei dem sich Konsumenten gegenseitig helfen oder ihren Besitz teilen. Einer kürzlich veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zu Folge werden 55 Prozent der Konsumenten in der Schweiz innerhalb der nächsten zwölf Monate Güter oder Dienstleistungen über eine Online-Plattform teilen. Auf diese Entwicklung müssen die Firmen reagieren. «Unsere Kunden werden anspruchsvoller und erwarten von einem Energieunternehmen mehr als nur zuverlässige Stromversorgung», meint Andreas Suter vom EWZ. Daher wolle man mit EWZ-Friends einen zusätzlichen Service bieten, der jederzeit online buchbar ist und die Probleme der Kunden löst.

Die Swisscom, die ihre Zusammenarbeit mit Mila vor rund 18 Monaten als Pilotversuch gestartet hat, zählt mittlerweile über 1000 Friends. Diese können bei Problemen mit der Internetleitung, dem TV oder dem Handy gebucht werden. Von dem Betrag, den die Friends verdienen, müssen sie acht Prozent der Plattform Mila abgeben, der Rest fliesst in ihre eigene Tasche.

Nach getaner Arbeit der Friends geben die Kunden eine Bewertung ab – so wie man das etwa von der Versteigerungsplattform Ricardo kennt. Gemäss Mila selber werden die Friends im Durchschnitt mit 4,8 von 5 möglichen Sternen bewertet. Den hohen Wert erklärt sich Manuel Grenacher damit, dass sich die Dienstleister hier mit ihrem Gesicht auf der Plattform präsentieren müssen und sich nicht hinter dem Logo einer Firma verstecken können.