Am Mittwochnachmittag hat Marianne Brunner von der Forschungsstation für Ziegen und Zwergziegen die Rheinfelder Stadtgeissen untersucht – jetzt sind die Ergebnisse bekannt: Sie habe festgestellt, «dass die Herde in ordentlichem Zustand ist und gewisse Veränderungen zum Wohle der Tiere an die Hand genommen wurden», heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung von Brunner und der Stadt.

Marianne Brunner hatte nach dem Tod der Geiss «Grisli» am 7. Februar ein Gutachten verfasst. Der Befund: Das Tier sei vollständig ausgezehrt gewesen, und die zehn noch lebenden Zwergziegen zeigten Mangelerscheinungen. Brunners Gutachten stützte sich auf Fotos, Filme und Untersuchungsberichte, die von den Beteiligten zur Verfügung gestellt wurden.

Gemäss dem Communiqué hatte sie «zuvor nicht alle nötigen Informationen für eine ganzheitliche Beurteilung erhalten» und war «zum Teil auch mit Falschinformationen bedient worden». Bereits beim Ortstermin am Mittwoch war eine Entschuldigung Brunners angekündigt worden. Jetzt steht in der Mitteilung geschrieben: «Sie entschuldigt sich deshalb insbesondere beim kantonalen Veterinärdienst über die zu Unrecht via Medien erfolgte Qualifikation.»

Futterplan besprochen

Marianne Brunner unterstützt laut dem Communiqué auch die von der Stadt eingeleiteten Massnahmen, insbesondere zur Parasitenüberwachung. Der Futterplan sei im Detail besprochen worden. Änderungsvorschläge seien aufgenommen worden und würden umgesetzt. Zustimmung gefunden habe auch der von der Stadt bereits geplante Trockenplatz innerhalb des Geheges.

Die Auseinandersetzungen ins Rollen gebracht hatten die Tierpflegerin Esther Senn und ihr Partner Ruedi Müller. Sie klagten, die Zwergziegen im Gehege der Stadt bekämen seit Jahren zu wenig zu fressen. Seit August 2013 seien drei erwachsene Tiere und vier Kitze verhungert. Müller reichte sogar Anzeigen gegen die Stadtbehörden, den kantonalen Veterinärdienst und den zuständigen Tierarzt ein – Hauptvorwürfe: Tierquälerei und unterlassene Hilfeleistung.

Die Stadt zog den kantonalen Veterinärdienst bei, der nach einer Autopsie der Zwergziege «Grisli» Entwarnung gab: Das Tier sei nicht verhungert, sondern in sehr hohem Alter an Wurmbefall gestorben. Die ganze Geissenherde sei in einem guten Zustand. (stg)