Haben die Närrinnen und Narren aus Möhlin den Wettergott bestochen? Ist Petrus sogar selber ein Freund des bunten Treibens auf den Strassen? Oder haben die Fasnächtler einfach Glück gehabt? Ganz egal, was zutrifft - am sonntäglichen Fasnachtsumzug in Möhlin blieb der angekündigte Regen aus. Ja, sogar ein paar Sonnenstrahlen erhellten die Gesichter der ohnehin schon glücklichen Fasnächtler und Umzugsbesucher.
Panzerknacker sprengen ihren Wagen
Über 50 Umzugswagen, Gruppen, Einzelmasken und Guggen zogen an den tausenden von Besuchern vorbei die Hauptstrasse hinauf. Geburtstage von Comic-Figuren wie Globi, den Panzenknackern oder Biene Maja erwiesen sich als beliebte Sujets. Die Panzerknacker unterhielten die Zuschauer mit einem spektakulären Überfall. S
ie sprengten ihren eigenen Wagen, den Geld-Speicher des reichen Dagoberts. Mit der Beute entkommen konnten sie aber nicht, kurz nach der Sprengung mussten sie die erbeuteten Geldsäcke fallen lassen und sich mit „Hände-hoch" ergeben. Ihre Laune konnte das aber nicht verderben: Mit einem Tanz verabschiedeten sie sich von den jubelnden Zuschauern am Strassenrand.
Natürlich konnten sich die Fasnächtler nicht alle Witze und kleinen Sticheleien verkneifen. Neben Xamax, Griechenland und dem ewigen Thema «Schwoobe», wurden auch lokale Themen aufgegriffen. So war auf einem Wagen der Meler Galgevögel zu den Helliker Tourismuswünschen geschrieben: «Dr Kai-Uwe us em Schwobeland, findt's it zum Lache, extra mit Löcher düent Helliker Wärbig mache. Das mit de Löcher het er falsch verstande, i dem Tourischte-Buure-Kaff, er isch muff, hets jo gar kei Puff.»
«Schueni» bleibt nur das Schieben
Auf einem anderen Wagen beklagten sich die Fasnächtler über den Aargauer Kaminfegerverband und dessen Kontrollen des Brennholzes: «Sid jedes mol muesch en Chemifäger mitneh, machts brötle im Wald kei Spass meh.» Und weil es ihnen nicht nur keinen Spass mehr macht, sondern sie auch noch etwas kostet, rieten die Fasnächtler: «Wenn dr Chemifäger stoht vorusse, due als wärsch du it dehei. Är isch zwar nach es paar Minute wieder dusse, aber das choschtet di fufzig Stei.»
Nachdem er sich schon am Schnitzelbankobe der Meler Galgevögel so Einiges hatte anhören müssen, kam Feuerwehrkommandant Jürg Wirthlin auch am Umzug nicht ungeschoren davon. Laut und schnell waren die «Durlipse» in diesem Jahr unterwegs: Auf vierrädrigen Mini-Töffs knatterten sie zwischen den Leuten hindurch, verkleidet als Feuerwehrkommandant «Schueni».
Ein Durlips schien besonders darauf bedacht, dem Namen seiner Gruppe alle Ehre zu machen. Ihm war kurz vor dem Ziel des Umzugs bei der Alten Kanzlei das Benzin ausgegangen. Und so blieb ihm nur Schieben.
Am Dienstag, 14 Uhr wird der Umzug durch Möhlin wiederholt.