Diesen Einsatz wird Thomas Senn, Kommandant der Feuerwehr Mettauertal-Gansingen, nicht so schnell vergessen. Vieles war speziell. Schon die Meldung, die bei ihm um 4.36 Uhr einging. «Brand gross in Gansingen» hiess es auf seinem Mobiltelefon und wenige Sekunden später folgte eine zweite Meldung: «Explosionsgefahr».

«Das löste bei mir ein mulmiges Gefühl aus, denn man weiss ja nie, ob es zu weiteren Detonationen kommt», sagt Senn. Kam es «zum Glück» nicht. Es gab zwar noch zwei, drei kleine Knaller. «Doch das dürften die Pneus des Autos gewesen sein, die explodiert sind», mutmasst Senn.

Gansingen: Die Brandruine am Montag

Nachbarn haben Kerzen und Rosen niedergelegt, die Aargauische Gebäudeversicherung begutachtet das zerstörte Haus.

Als die Mannschaft mit ihren Fahrzeugen an der Ausserdorfstrasse eintraf, stand das Gebäude bereits in Vollbrand. «Es war sofort klar: Das Haus ist nicht mehr zu retten. Wir konzentrierten uns deshalb darauf, einen Übergriff auf die Nachbargebäude zu verhindern.» Etwas fiel Senn sofort auf: Sämtliche Aussenwände fehlten. «Normalerweise bricht das Feuer an einer Stelle aus und eine oder mehrere Wände stehen noch», so Senn.

Zwei Tote nach Explosion

In Gansingen im Fricktal stand ein Haus nach einer schweren Explosion in Vollbrand. Die Feuerwehr fand im Gebäude zwei tote Personen. (19.3.2017)

Da dies am Sonntag nicht der Fall war, konnte die Mannschaft das Feuer nur von aussen bekämpfen. «Die Statik liess es nicht zu, ins Haus vorzurücken», so Senn. Weshalb bei diesem Brand alle Wände fehlten, will Senn nicht beurteilen. «Das wäre Spekulation. Die Brandermittlung wird das zeigen.»

Schlimm war für ihn und seine Mannschaft jener Moment, als klar war: Im Schlafzimmer des Hauses, das A. gehörte, liegen zwei Leichen. Die Feuerwehr war mit 65 Personen vor Ort. Geborgen wurden die Leichen von Spezialisten der Kantonspolizei.

Dies zu verarbeiten, fällt nicht leicht. Noch am Sonntag sprach Senn mit der Mannschaft und nahm am Montag mit einzelnen nochmals Kontakt auf. «Die Mannschaft weiss, dass jeder mich jederzeit anrufen kann.» Da die meisten den ersten Schock gut weggesteckt haben, verzichtete Senn darauf, das Careteam aufzubieten. Ein Feuerwehrmann wird inzwischen vom Careteam betreut. «Er hat Mühe mit der Verarbeitung.» Sollten mehrere Hilfe wünschen, werde er sofort eine Nachbesprechung zusammen mit dem Careteam organisieren.

Keine Fehler gemacht

Thomas Senn ist froh, dass nicht noch mehr passiert ist. «Es ist eine Tragödie, doch immerhin konnten wir verhindern, dass das Feuer auf weitere Gebäude übergreift.» Seine Mannschaft habe einen Top-Job gemacht, ist Senn überzeugt.

Das sieht auch Gemeindeammann Mario Hüsler so. Für ihn und seine Mannschaft sei wichtig, zu wissen, «dass wir keinen Fehler gemacht haben», sagt Senn. Die Feuerwehr hatte keine Chance, die beiden Opfer zu retten.

Zwei Personen sterben in Brand in Gansingen

Zwei Personen sind bei einem schweren Brand in einem Einfamilienhaus im aargauischen Gansingen ums Leben gekommen. (19.3.2017)