Rheinfelden
Aktualisiert am 17.02.12, um 16:26 von Peter Rombach
 

Der Minikreisel beim Coop gilt als Hauptproblem

Die Coop-Kreuzung vor dem Bahnhofsaal ist derzeit noch für Fussgänger mit Ampelanlagen gesichert. ach
Die FDP befürwortet klar die vorliegenden Pläne zum Ausbau der Kaiserstrasse. Der Kanton würde dabei mitspielen. von Peter Rombach
 

Da staunte sogar Christoph von Büren, Präsident FDP Rheinfelden, als sich rund 50 Interessierte im Saal drängten, um sich an einer öffentlichen Veranstaltung mit der Planung zur Sanierung der Kaiserstrasse zu beschäftigen. Dabei handelte es sich sogar um einen parteiübergreifenden Anlass.

Neue Pläne für Kaiserstrasse

Die Geister scheiden sich an einer angedachten Sanierung der Kaiserstrasse, ein innerstädtischer Abschnitt der Kantonsstrasse 292. Wenn schon gebaut wird, will der Gemeinderat verkehrliche wie städtebauliche Optimierungen erreichen.

Dass gegen die amtlichen Pläne nach der Gemeindeversammlung das Referendum ergriffen wurde, zeugt von Demokratiebewusstsein und vor allem intensiver Auseinandersetzung mit einem wichtigen Thema.

Waren die mehrjährigen Diskussionen sowie das nun vorliegende Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Katz? Die Stadt-FDP nahm den Faden nochmals auf, liess öffentlich pro oder kontra Referendum diskutieren. Ob zu spät, sei dahingestellt. Wenn sich alle Rheinfelder Parteileute nun als Meinungsbildner verstehen, kann etwas Positives herauskommen. Selbst wenn das Projekt Kaiserstrasse vom Souverän gekippt werden sollte, war es ein Beitrag zur Demokratie.

Mal Hand aufs Herz: Fachleute beschwören die Notwendigkeit einer Strassensanierung, weshalb also nicht zulangen, wenn der Kanton in Rheinfelden investieren will und auch die Stadt zusätzliches Geld in das Projekt stecken möchte.

Klein-Klein-Denken, ob Unterführungsrampe weg oder kein Minikreisel, hilft nicht weiter. Es geht darum, eine attraktivere Kaiserstrasse zu bekommen. Also sind rasch neue Plandarstellungen gefragt. (prm)

 

Nicht nur, weil Baustadtrat Oliver Tschudin (SP) die Positionen des Gemeinderats vertrat, sondern auch Roland Agustoni, Rheinfelder GLP-Grossrat, die Argumente des Referendums-Komitees und damit der Projektgegner vortrug. Das Publikum war bunt gemischt, Vertreter aller Ortsparteien sassen in der Runde.

Rückstaus befürchtet

Trotz der Themenfülle konnte sich Christoph von Büren eingangs nicht die Bemerkung verkneifen, dass bislang «ökologische Aspekte» von keiner Seite ins Feld geführt worden seien. Und auch an diesem Abend spielten sie keine Rolle. Stadtrat Oliver Tschudin unterstrich, dass die Kaiserstrasse «mit ihrem heute trennenden Charakter im Stadtbild» neu gestaltet werden müsse. «Wir müssen die Chance packen, gemeinsam mit dem Kanton für wichtige Verbesserungen zu sorgen.»

Er verteidigte erneut den vorgesehenen Minikreisel beim Coop ebenso wie den Abriss der Unterführungsrampen vor dem geplanten Ochsenkreisel. «Verkehrssicherheit hat für uns absolut Priorität».

Roland Agustoni, Rheinfelder GLP-Chef, kritisierte die «relative Nähe» der geplanten Kreisel und befürchtete deshalb «massive Rückstaus» im Autoverkehr. Einen Mini-Kreisel mit einem Radius von 22 Metern und Fussgängerstreifen anstelle von Ampelanlagen hielt er auf der heutigen Coop-Kreuzung für «nicht vertretbar und sogar gefährlich» für Fussgänger und Velofahrer. Eindringlich empfahl er, deshalb auch die Gesamtplanung zurückzuweisen und neu zu überarbeiten.

Tempo 30 gefordert

Positiv bewertete Agustoni die Lösungen für den Ochsenkreisel und damit verbunden auch eine neue Verkehrsführung im Bereich Post und Bank. Einmal mehr warnte er davor, keine Bushaltebuchten zu schaffen.

Als Vertreter vom Aargauer Departement Bau, Verkehr, Umwelt bestätigten Alex Joss und Sibylle Hunziker die Notwendigkeit einer Sanierung der Kaiserstrasse. Auf die Frage von Christoph von Büren, was der Kanton im Falle eines Neins aus Rheinfeldens mache, sagte Sibylle Hunziker klar, dann gebe es eine «normale Sanierung».

In der Diskussion kristallisierte sich deutlich heraus, anstelle eines Minikreisels beim Coop die veraltete Signalanlage zu erneuern und die Detailplanungen nochmals zu überarbeiten. Mehrfach gab es auch eine Tempo 30-Forderung für die Kaiserstrasse. In einer separaten Abstimmung votierten die FDP-Mitglieder jedoch mit grossem Mehr für eine Ausführung des vom Gemeinderat vorgelegten Sanierungsprojekts.

(az Aargauer Zeitung)