Im Fricktal geht ein weiterer Teil der Stromgeschichte zu Ende. Gestern hat die Axpo Trading AG (ehemals Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg EGL) bekannt gegeben, dass sie ihren Geschäftssitz von Laufenburg nach Dietikon (ZH) verlegt. «Derzeit arbeitet noch ein Mitarbeiter in Laufenburg», erklärte Martin Schwab, CFO der Axpo Holding AG, «und auch dieser verlässt das Fricktal Ende Monat.»

Deshalb müsse nun der Geschäftssitz verlegt werden. Damit verlässt die Axpo Trading AG endgültig den traditionellen Geschäftssitz im Fricktaler Bezirkshauptort, der mit dem Stern von Laufenburg so etwas wie «die Wiege der Stromenergiebranche» darstelle, wie Schwab sagte.

Für Laufenburg bedeutet der Wegzug gemäss dem Axpo-CFO ab 2014 einen jährlichen Steuerausfall von rund einer Viertelmillion. Dies bestätigt auch der Laufenburger Stadtammann Rudolf Lüscher. Die Verlegung des Geschäftssitzes sei eine Folge der früheren strategischen Entscheide der EGL, so Lüscher weiter. Tatsächlich verlegte die EGL bereits im Jahr 2000 die Geschäftsführung und zahlreiche Arbeitsplätze nach Dietikon.

Axpo wieder in der Arbeitsgruppe

Offen bleibt die Frage, was mit dem Gebäude der Axpo und den Landparzellen auf Laufenburger und Kaister Bann passiert. «Unser Ziel ist es, Gebäude und Land in den nächsten vier bis fünf Jahren zu verkaufen», so Martin Schwab. Wie schnell der Verkauf erfolgt sei noch unklar. «Die Swissgrid ist noch drei Jahre im Gebäude eingemietet. Für einen Investor ist diese Vertragslaufzeit zu kurz, für jemanden, der das Gebäude selber nützen will zu lang», beschreibt er die Schwierigkeit.

Und er gab weiter bekannt: «Die Axpo nimmt auch wieder an den Gesprächen der Arbeitsgruppe zur Arealentwicklung teil.» Diese war nach dem angekündigten Wegzug der Swissgrid ins Leben gerufen worden. Zwischenzeitlich hatte sich die Axpo zurückgezogen, was in Laufenburg für Unmut gesorgt hatte. «Damals handelte es sich um ein Missverständnis», so Schwab, «wir wollen mithelfen auf dem Areal wieder einen guten Steuerzahler anzusiedeln.»

Zwischennutzung durch Swissgrid?

Stadtammann Lüscher bestätigte, dass die Axpo auf ihren Entscheid zurück und auf die Stadt zu gekommen sei: «Die Gespräche laufen nun wieder.» Ziel der beiden Gemeinden Laufenburg und Kaisten sei weiterhin eine Arealentwicklung des gesamten Areals in Angriff zu nehmen. Für das Gebäude deutet sich eine Zwischennutzung an. Laut Martin Schwab besteht eventuell die Möglichkeit, dass die Swissgrid in der Zeit bis zum Wegzug weitere Büroräume im Gebäude anmieten wird. Swissgrid-Sprecher Thomas Hegglin wiegelt noch ab: «Wir prüfen dies. Ein Entscheid dürfte im Oktober fallen.» Dies könnte bedeuten, dass wieder mehr Arbeitsplätze nach Laufenburg verlagert werden. «Das wäre zumindest eine positive Nachricht vor dem Wegzug der Swissgrid 2016», so Rudolf Lüscher.