Oberwil-Lieli
Aktualisiert am 15.08.11, um 20:50
 

«Was macht eigentlich Oberwil-Lieli besser als andere Gemeinden?»

Quelle: Emanuel Freudiger
az Wahlkampfbus machte Halt in Oberwil-Lieli Quelle: Emanuel Freudiger
An der zweiten Station auf der Tour des az-Wahlkampfbusses diskutierten in Oberwil-Lieli sechs Nationalratskandidatinnen und -kandidaten über den Steuerwettbewerb und Standortattraktivität.
 

«Wenn ich richtig informiert bin, ist Oberwil-Lieli mit einem Steuerfuss von 70 Prozent die Nummer zwei im Kanton», leitete az-Aargau-Chef und Moderator Urs Moser das Podiums-gespräch vor dem az-Bus ein. «Richtig», bestätigte Gemeindeammann Andreas Glarner aus dem Publikum mit stolzem Unterton in der Stimme.

Unter den sechs Nationalratskandidatinnen und -kandidaten, die vor dem Restaurant Metzgerstübli über Steuerbelastung und Standortwettbewerb diskutierten, gingen die Meinungen über diesen Spitzenplatz auseinander. So forderte etwa Monika Küng (Grüne), der Staat müsse den Reichtum innerhalb der Bevölkerung ausgleichen und den Steuerföderalismus im Kanton Aargau und innerhalb der Schweiz abschaffen.

Steuerfüsse von 60 bis 126 Prozent

Gregor Biffiger (SVP) betonte indes: «Wo der Wettbewerb spielt, müssen sich die Gemeinden Mühe geben. Weshalb sollen wir für Versäumnisse anderer zahlen?» Für den SP-Mann Thomas Leitch ist die Bandbreite der Steuerbelastung im Aargau zu gross: «Es kann nicht sein, dass es im gleichen Kanton Gemeinden mit Steuerfuss von 60 und 126 Prozent gibt.» Alexandra Abbt (CVP) bezeichnete dies als Neiddebatte: «Föderalismus garantiert den vernünftigen Umgang mit den Steuereinnahmen.»

Das hält SVP-Glarner vom Moderatoren Urs Moser
Quelle: Werner De Schepper

Unterstützung erhielt Leitch indes von Felix Jenni (Grünliberale): «Das Mass ist überschritten, eine Spanne von 80 bis 120 Prozent bei den Steuerfüssen im Kanton wäre angemessen.» FDP-Vertreter Matthias Jauslin hielt fest: «Es ist falsch, Leistung zu bestrafen, nur im Wettbewerb entstehen innovative Lösungen.»

Finanzausgleich, Fusionen, AKW

Fragen aus dem Publikum belebten die Diskussion, wobei die Politiker auch Themen wie AKW-Strom, Finanzausgleich oder Gemeindefusionen anschnitten. Einigkeit gab es selten, einen gemeinsamen Nenner fanden die Kandidaten dann doch noch: Alle waren dafür, den umstrittenen Eigenmietwert abzuschaffen.

Viel Publikum beim az Wahlkampfbus
Quelle: Werner De Schepper

Über 60 Besucherinnen und Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, vor dem Restaurant Metzgerstübli mit den Kandidierenden zu diskutieren und anzustossen.

(az)
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