Und er muss es wissen, immerhin ist er Mitglied der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft der Winzer, die an der Europameisterschaft in Budapest Anfang Juli den sehr guten vierten Platz belegt hat.

Spass und Austausch

Die Schweiz hat zum ersten Mal an dem nur wenig bekannten Turnier der Winzer, dem jedoch UEFA-Präsident, Michel Platini, persönlich Pate stand, mitgemacht. «Uns war vor allem Spass und Austausch mit anderen Winzern wichtig», erklärt Nauer, der in Budapest als Mittelfeldspieler für die Schweiz im Einsatz war. Ihre Gegner waren Ungarn, Italien, Österreich, Deutschland und der neue Europameister Slowenien. Diese Teams hatten teilweise eine andere Philosophie als die Schweizer: «Bei uns ist kein aktiver Fussballer dabei, sondern alles Vertreter von Weinhäusern, die in den letzten Jahren mit Preisen ausgezeichnet worden sind. Bei anderen Ländern haben teilweise aktive Fussballer oder Junioren gespielt, die mit Wein überhaupt nichts am Hut haben», lacht Nauer. «Darum sind wir schon etwas stolz auf unseren vierten Platz.» Die Schweiz wurde von Winzern, die gerade mal zwei Hektaren bepflanzen, bis zu Mitgliedern grosser Weinhäuser vertreten.

2015 in der Schweiz

Im Rahmenprogramm waren länderspezifische Abende vorgesehen, in denen die jeweiligen Nationalmannschaften ihre Weine vorstellen konnten. «Bei uns gab es Raclette, und dazu brachte jeder Spieler zwei Flaschen seines Weins mit.» Daneben durften natürlich Führungen durch ungarische Weinkeller nicht fehlen.

Nächstes Jahr soll die Europameisterschaft im österreichischen Burgenland stattfinden. «Und 2015 oder 2016 soll sie in der Schweiz ausgetragen werden», hofft Nauer. Inzwischen will er seine Kontakte spielen lassen, um auch in Frankreich ein Team von fussballspielenden Winzern auf die Beine stellen zu können.

Bis dahin hat die Schweizer Nati vor, sicher nochmals zusammen zu spielen. «Teamcaptain Diego Mathier vom Weingut Adrian Mathier aus Salgesch hatte das Team erst im Frühling zusammengestellt. Wir hatten gar nie die Möglichkeit, gemeinsam zu trainieren», lacht Nauer. «Jetzt würden wir aber gern gegen andere Teams antreten, zum Beispiel gegen Parlamentarier oder Köche.»