Zudem hat das Kunsthaus den Auftrag, das Material mit didaktischer Information zu ergänzen und eine Wanderausstellung vorzubereiten, die bei entsprechendem Echo auch im Ausland fortgesetzt werden soll. Geplant ist auch, in einem halben Jahr, zeitgleich mit der Einweihung der neuen Mehrzweckhalle in Sins, eine Ausstellung zur Würdigung der künstlerischen Lebensleistung René Villigers durchzuführen.
Alles wird registriert
Es ist ein besonderes Anliegen der Kinder und Erben des am 22. Oktober 2010 79-jährig verstorbenen Sinser Ehrenbürgers, dem künstlerischen Nachlass René Villigers eine professionelle Betreuung zukommen zu lassen. Die Wahl fiel auf das neu gegründete Kunsthaus Kaltenherberg in Roggwil, dessen Direktor Thomas Aurelius Balz der bevorstehenden Aufgabe mit Verantwortungsbewusstsein und Freude entgegen sieht.
«Vergleichbar mit der Arbeit eines Archäologen», erklärt Balz, «wird zunächst nur gesichtet, registriert und verglichen, nichts verworfen oder hinzugefügt, den es geht um ein geistiges Vermächtnis.» Villiger machte sich nach seiner Ausbildung zum Grafiker 1953 zuerst in Zürich mit einem Grafik- und Werbebüro selbstständig und eröffnete 1974 ein Atelier in Sins. 1992 unterstützte René Villiger seine damaligen Mitarbeiter bei der Gründung der Werbe- und Grafikfirma Atelier A4, die ihre Lokalitäten zuerst am Einhornplatz in Sins hatten und seit einigen Jahren im Industriequartier in Rotkreuz ansässig sind.
Heimatverbundener Grafiker
René Villigers Werke tragen eine unverkennbare Handschrift. Er hat nicht nur Zeichnungen und Malereien hinterlassen, sondern auch Bühnenbilder für Theater, Konzerte und Ausstellungen gestaltet. Viele Sinser Vereine verfügen über eine Fahne, die René Villiger entworfen hat. Kulturell hat er sich an der Fasnacht oder beim Samichlaus mit Pinsel und Kreativität in Szene gesetzt. Für Ehrungen, Erinnerungen oder Geschenke hat er mit Bildern oder Lithografien vielen ein unvergleichliches Dankeschön gezeichnet.
Über die Region hinaus bekannt
Villiger war stets mit dem Skizzenbuch unterwegs. Er liebte die Freiämter und die Landschaft, was sich in seinen Arbeiten niederschlug. Er wurde mit seinem künst-lerischen Schaffen auch weit über die Region hinaus bekannt. «Auch in seinem Werk, das durchaus überregionale Beachtung verdient, wirkt sein positives Wirken nach», hält das Kunsthaus Kaltenherberg in Roggwil in einer Mitteilung fest. Selber bezeichnete Villiger seine Arbeit als seine grösste Leidenschaft.
Das Kunsthaus Kaltenherberg in Roggwil versteht sich als Museum der Schweizer Landschaftsmalerei, Event-Forum für Anlässe aller Art, Gemäldegalerie und Auktionshaus für Gemälde und Möbel. Es wurde im Oktober 2011 eröffnet.