Grossaufmarsch in der Mehrzweckhalle Oberlunkhofen: 152 der 1373 Stimmberechtigten besuchten die Gemeindeversammlung. Sehr deutlich kamen die zwei wichtigen Vorlagen Feuerwehrmagazin-Neubau und Schulerweiterung durch.

Gescheitert hingegen ist die geplante Verlängerung der zwei Busbuchten Waldegg an der Zürcherstrasse, der Kantonsstrasse 406. Die Kosten für die Gemeinde hätten 84 000 Franken betragen, jene des Kantons 96 000 Franken.

«Schlamperei des Kantons»

Das Busbuchten-Projekt wurde bei 87 Nein gegen 35 Ja klar bachab geschickt. Im Abstimmungsresultat fand der Unmut der Versammlung über «die Schlamperei des kantonalen Baudepartements» Ausdruck.

Was war falsch gelaufen? Vor und während der Sanierung der Waldegg-Busbuchten im Jahr 2009 hatten Gemeindebehörde und Dorfbewohner die zuständigen Bauleute des Kantons mehrfach schriftlich und mündlich darauf hingewiesen, dass die zwei Buchten zwingend auf gut 18 Meter verlängert werden müssen, damit die Gelenkbusse genügend Platz haben.

Die Kantonsleute hatten kein Musikgehör. Seither zeigt sich, dass die Gelenkbusse beim Anhalten in der Waldegg den Verkehrsfluss stark behindern. Dies wird weiterhin der Fall sein, da die Gemeindeversammlung dem nachträglichen Verlängerungsversuch soeben eine Absage erteilt hat.

Fussgänger-Schutzinsel wird «schlecht benützt»

Im Sog der Protestnote doppelte die Gemeindeversammlung nach. Sie genehmigte mit 87 Ja gegen 15 Nein einen Antrag von Versammlungsteilnehmer Walter Annen, wonach die «schlecht benützte Fussgänger-Schutzinsel» bei der Waldegg entfernt werden muss.

Ein Entscheid mit Vorbehalt: Bei sämtlichen Vorhaben und Änderungen auf Kantonsstrassen zeichnet der Kanton zuständig, nicht die Gemeinde.

Klare Beschlüsse

Abgesehen vom emotionsgeladenen Thema „Busbuchten" verlief die Versammlung sehr sachbezogen. Fünf Kreditvorlagen fanden sehr deutlich Zustimmung. Bei 132 Ja gegen 8 Nein passierte der Neubau der Feuerwehr Oberlunkhofen/Jonen. Mit 145 Ja zu 0 Nein hiess die Versammlung einen Kredit von 1,26 Mio. Franken zur Schulraumerweiterung gut. Ähnlich hohe Ja-Mehrheiten resultierten für die zwei Vorlagen Sanierung Gemeindestrassen und Sanierung Regenbecken.
Im Weiteren beschloss die Versammlung bei 115 Ja gegen 14 Nein, die Deponie „In den Gruben" genau untersuchen zu lassen. Ob die Deponie später saniert werden muss, werde sich dann weisen, sagte Gemeindeammann Karl Grossen. Das Gemeindebudget 2012 mit dem unveränderten, tiefen Steuerfuss von 75 % kam einhellig durch.