Trist sieht es am Augraben zwischen der einstigen Papierfabrik und der Stadtmauer aus. Asphalt und Beton prägen das Bild, eine optische Aufwertung tut not.

Zur Verschönerung des dortigen Strassen- und Parkraums liegt jetzt ein Konzept mit detaillierten Plänen öffentlich auf. Bis Mitte Februar kann man das Projekt bei der Bauverwaltung im Rathaus Bremgarten begutachten.

Wohnsiedlung: Noch nicht spruchreif

Das umfangreiche, kostspielige Augraben-Projekt der Stadt steht im Zusammenhang mit dem grossen Wohnsiedlungsvorhaben auf dem Gelände der einstigen Karton- und Papierfabrik unweit des Augrabens. Hier sind 150 Wohneinheiten in mehreren Bauetappen geplant. Eingereicht hat Landbesitzer und Bauherr Christoph Schaufelberger das 70-Millionen-Projekt noch nicht. Die Plänesollen im Laufe dieses Jahres im Rathau eintreffen, sodass die erste Etappe 2014 ausgeführt werden kann. Für die Umgebungsgestaltung zeichnen die Landschaftsarchitekten Schweingruber/Zulauf zuständig, die im Auftrag der Stadt auch das Konzept der Augraben-Neugestaltung zusammengestellt haben. (sl)

Schotterrasen und Natursteine

Mehrere Massnahmen sollen die dringliche Verschönerungskur möglich machen. Längs der Altstadtmauer will man eine grössere Fläche Schotterrasen anlegen und Bäume pflanzen. Weiter vorne, am Reussufer beim Hexenturm, ist die Platzierung von Natursteinblöcken vorgesehen.

Die Augrabenstrasse, die auf fünf Meter verbreitert wird, soll mit einigen Querschwellen zum Schutz gegen Hochwasser bestückt werden. Ebenfalls Teil des Projekts ist ein mobiles Hochwasserschutz-Element auf der Reussgasse beim Hexenturm.

Die öffentliche Freiluftparkanlage am Augraben vis-à-vis der Friedhofhalle wird mit mehr und anders angeordneten Parkfeldern versehen. Im Weiteren entsteht am Augraben ein gefälliges Gestaltungselement in Form von Aufpflästerungen und einer begrünten Torsituation beim Strassenzugang zur Altstadt.

Bauzeit: April bis Dezember 2013

Nebst der oberirdischen Neugestaltung ist am Augraben auch eine umfangreiche unterirdische Erneuerung geplant. Die dortigen Wasser- und Abwasserleitungen müssen teils neu gemacht, teils erweitert werden.

Stefano Righetti, Tiefbauleiter bei der Bauverwaltung Bremgarten, möchte das Gesamtpaket möglichst zügig umsetzen: «Wenn die öffentliche Auflage schlank durchgeht, können wir im April beginnen.»

Sollten Einwendungen eintreffen, müsste der Baubeginn verschoben werden. Acht Monate dauern die Werkleitungs- und Gestaltungsarbeiten. «Im optimalen Fall, bei einem Start im April, werden wir im Dezember fertig sein», erläutert Righetti.

Gesamtkosten: 2,13 Mio. Franken

Der Kostenrahmen des Infrastrukturpakets Augraben beträgt 2,13 Millionen Franken. Projekt und Kosten waren an der Gemeindeversammlung Ende 2011 bewilligt worden. Nachträglich ins Gestaltungskonzept aufgenommene Elemente wie die Torsituation und die Natursteinblöcke am Reussufer sprengen laut Stefano Righetti den bewilligten Kostenrahmen nicht. Einige Arbeiten werde man günstiger vergeben können als ursprünglich vermutet.

So schlägt das dreiteilige Infrastrukturpaket zu Buche: 1,08 Mio. Franken für den Strassenraum samt Neugestaltung, Belagserneuerung, Randabschlüsse und Strassenbeleuchtung; 730 000 Franken für die Erneuerung und Sanierung der Kanalisationsleitungen; 320 000 Franken für die neuen Wasserleitungen.

Hermetschwil-Staffeln wird 2014 ein Ortsteil von Bremgarten sein. Vertragsgemäss muss sich die Nachbargemeinde an den Ausbaukosten der Augraben-Kanalisation beteiligen und 112 000 Franken nach Bremgarten überweisen. Viel Sinn macht die Transaktion mit Blick auf die bevorstehende Gemeindefusion nicht.