So weit man blicken konnte waren nur zufriedene Gesichter zu sehen. Die Kinderaugen leuchteten ob den vielen maskierten Umzugsteilnehmern, die Organisatoren waren mit der unfallfreien Durchführung des Nachtumzuges rundum zufrieden. Marcel Ramuz, Mitglied der organisierenden Interessensgemeinschaft lachte und sagte: «Alles ist gut gelaufen, alle sind zufrieden. Besser könnte es kaum sein.»

Der Nachtumzug fand dieses Jahr nach 2011 zum zweiten Mal statt und lockte wiederum zahlreiche Schaulustige an die Boswiler Strassenränder. Auch das Wetter stimmte perfekt: Zu Beginn des Umzuges gab es kaum Niederschlag und der Schnee im Verlaufe des Abends vermochte die gute Stimmung nicht mehr zu vermiesen. 19 Nummern waren am Umzug dabei, etwas weniger als bei der ersten Durchführung vor zwei Jahren. «Vor allem Gruppen aus Boswil sind in diesem Jahr weniger am Start», hielt Ramuz im Vorfeld des Umzuges fest.

Schüler laufen trotz Ferien mit

Als besonders erfreulich erachtete er indes die Teilnahme der Schule Boswil am Umzug, und dies, obwohl gerade Schulferien sind. «Die Schule war mit etwa 45 Personen am Umzug dabei und hat diesen somit sehr belebt», berichtete Ramuz.

So machte sich ein Tross aus verschiedensten Gruppen auf den Weg durch Boswil. Von Guggenmusiken über Raben und Legosteine bis hin zu Römern war alles vertreten. Entsprechend gut fiel auch das Fazit der Teilnehmenden aus. Mike Wicki, Mitglied der Guggenmusik Bünzgeischter, lobte die Organisation: «Alles war perfekt vorbereitet, das findet man nicht an jedem Umzug. Zudem finde ich, dass die Fasnacht ein Kulturgut ist, das man erhalten muss. Innovative Ideen wie ein Nachtumzug unterstützen wir deshalb gerne», begründete er die Teilnahme seiner Gugge. Auch Markus Amstutz, der mit seinen beiden Söhnen Adrian und Tobias am Umzug teilgenommen hat, zeigte sich sehr zufrieden: «Unsere gesamte Familie ist ein wenig fasnachtsverrückt, so war es für uns schnell klar, dass wir dieses Projekt unterstützen», erklärte er.

Zufriedene Zuschauer

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Zuschauern. Lob von allen Seiten strömte auf die Organisierenden und die Mitmachenden ein. Dario Steiner etwa fand es toll, dass in einem kleinen Dorf wie Boswil die Fasnacht wiederbelebt wird. «Hier kennt man viele Leute, alles ist sehr familiär», freute er sich. Auch Ruth Ledermann und Renate Gorfer fanden nur positive Worte für den zweiten Nachtumzug. «Wir kamen ursprünglich aus Solidarität mit den Organisatoren», sagten beide. Überzeugt hat Gorfer dann aber vor allem die Menge der Teilnehmenden. «Mein Sohn ist im Kindergarten und machte selber am Umzug mit, da sind wir natürlich doppelt gerne gekommen», erzählte sie.

Doch am Umzug waren nicht nur Boswiler Gäste. Auch auswärtige Teilnehmer und Zuschauer freuten sich: «Wir sind gekommen, weil ein Nachtumzug etwas Spezielles ist», so Markus Wey aus Villmergen. Viele positive Stimmen also zum zweiten Nachtumzug. Die Fasnacht in Boswil wird Stück für Stück wiederbelebt.