«Eine spezielle Suchaktion starten wir aber nicht», sagt Peter Christen von der Regionalpolizei in Wohlen. Er wurde von einem Spaziergänger auf die entlaufene Giftschlange aufmerksam gemacht.

Gemäss dem Steckbrief, der seit vergangenem Wochenende an einem Baum bei der Bünz hängt, könnte die Grüne Mamba sich in den Uferbüschen aufhalten. «Jürg», so heisst die Schlange, sei sehr giftig und auf dem Weg zum Tierarzt entwischt.

Kontaktnummer führt ins Nichts

Spätestens bei der Telefonnummer wird man stutzig. Versucht man diese anzurufen, landet der Anruf im Nichts. Auch das Foto des Steckbriefs lässt einen bösen Streich vermuten. So ist es aus einem Fotowettbewerb «ausgeliehen» und steht bei der Bildersuche von Google weit vorne. Zudem ist der Merkmalsbeschrieb oberhalb des Fotos vom Steckbrief Wort für Wort aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel kopiert.

Steckt Hass auf Hunde dahinter?

Aufgrund dieser Erkenntnisse ist klar, dass die Vermisstmeldung eine makabre Erfindung eines Freiämter Zeitgenossen ist.Könnte unter Umständen eine Person mit einem Hass auf Hunde hinter dem Plakat stecken?

Es ist durchaus anzunehmen, dass nach der Vermisstmeldung am Baum der eine oder andere Spaziergänger die Bünz gemieden hat. Peter Christen aber winkt ab. «In der letzten Zeit sind uns keine Informationen zu Konfrontationen zwischen Spaziergängern und Hundehaltern an der Bünz bekannt.»  (san)