Muri
Aktualisiert am 09.02.12, um 18:51 von Eddy Schambron
 

Zugige Tage für heisses «Muri rouge»

Stephan Hunziker packt sich warm ein, wenn er mit seinen Kollegen in der Scheune am Fasnachtswagen arbeitet.ES
In einer kalten Scheune in Muri bauen begeisterte Fasnächtler einen Wagen für den Umzug. Das Motto des Fasnachtswagens heisst «Muri rouge», in Anspielung an das« Moulin Rouge» in Paris. von Eddy Schambron
 

Zum Glück sind die Damen aus Kunststoff und Holzplatten: In der Scheune von Werner Käppeli, Türmelen, Muri, würden sie sonst erbärmlich frieren. Das Motto des Fasnachtswagens, der hier entsteht, heisst «Muri rouge», eine Anspielung an das «Moulin rouge» in Paris und im Hinblick auf den Fasnachtsumzug unter dem Motto «Dore bi rot» gewählt.

Aufgebaut wird er von Stephan Hunziker, Felix Berrocoso, Urs Kuhn und Beate Reiche, unterstützt von Simon Waltenspühl, Vizeschultheiss der Fasnachtsgesellschaft Muri Adelburg. «Mit dem Wagen wollen wir Freude haben und dem Publikum am Fasnachtsumzug in Muri Freude bereiten», führt Hunziker aus.

Viel Arbeit für den Wagen

Dafür nimmt das Team eine grosse Arbeit auf sich. Hinter dem Bau eines Fasnachtswagens steckt mehr, als man ahnen würde. «Bevor man überhaupt anfangen kann, braucht man einen genügend grossen Ort, um den Wagen eine Weile stehen lassen zu können», sagt Hunziker. Das ist nicht so einfach – der Wagen ist gegen 8 Meter lang und 2,5 Meter breit. Den Anhänger selber haben die Fasnächtler von Urs Huwiler geliehen bekommen, der ihn dann mit seinem Traktor am Umzug ziehen wird. Den Bauplatz stellt Werner Käppeli in seiner Scheune zur Verfügung.

Malerarbeiten sind dort aber bei diesen tiefen Temperaturen gar nicht möglich. Auch längere Arbeitszeiten sind schwierig, dafür ist es gegenwärtig einfach zu kalt. «Also machen wir kürzere, dafür häufigere Arbeitseinsätze.» Wie viele Stunden für den Bau des Fasnachtswagens investiert werden, ist für Hunziker schwierig abzuschätzen. «Allein die Malerarbeiten brauchten etwa 60 Mannstunden, der Aufbau des Wagens dürfte nochmals gegen 90 Stunden beanspruchen», überschlägt Hunziker den Aufwand. Aber das lohnt sich seiner Ansicht nach: «Es ist ja nicht nur
Arbeit, sondern auch Geselligkeit. Wir verstehen uns gut.»

Sicherheit ist wichtig

Ganz frei sind die Erbauer von Fasnachtswagen nicht. «Sicherheit wird gross geschrieben, und das ist auch richtig so», erklärt Hunziker und zeigt den notwendigen Prüfbericht des Strassenverkehrsamtes. Selbstverständlich müssen Wagen und Zugfahrzeug zugelassen sein, auf dem Wagen selber sorgt ein Geländer dafür, dass kein Fasnächtler runterfallen kann. Auf dem Wagen werden am Umzug immerhin bis 15 Leute für Stimmung sorgen. Unterhalb des Wagens muss ein Schutz angebracht sein, der bis 20 Zentimeter über den Boden reicht, damit niemand unter den fahrenden Wagen geraten kann. Je nach geplanten Umzugsrouten gilt es beim Bau die maximale Höhe
bei Brücken oder engen Kurven zu berücksichtigen. Ein Budget gibt es nicht; für «Muri rouge» werden am Schluss Kosten von rund 1000 bis 1500 Franken entstanden sein.

(az Aargauer Zeitung)
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