Der Grosse Rat entscheidet am Dienstag über die Erweiterung des Steinbruchs Jakobsberg. Für den Abbau zuständig sind die Jura Cement Fabriken (JCF). Gegen die Erweiterung hat sich längst Widerstand – vor allem aus der Bevölkerung – formiert. Die IG Pro Auenstein, der Verein Pro Au Veltheim und die IG Gisliflue haben sich nun für eine weitere Stellungnahme zusammengetan.

In einer Medienmitteilung wehren sie sich gegen die Erweiterung des Steinbruchs und monieren, dass auf die Anliegen der Bevölkerung nicht eingetreten werde. Im Vorfeld wurde beim Gemeinderat Veltheim eine Petition eingereicht. Zudem haben die drei Gruppierungen Anträge für das Mitwirkungsverfahren für die Anpassung des Richtplans eingereicht.

«Auenstein und Veltheim haben ihren Dienst getan, das Loch ist gross genug», heisst es in der Mitteilung. «Die massive Steinbrucherweiterung von 65 Hektaren auf 83 Hektaren bekämpfen wir, denn trotz versprochener Renaturierung sollen die Löcher in der Landschaft auf immer bleiben.» Das werde man keinesfalls akzeptieren.

So sieht das Abbaugebiet Jakbobsberg-Egg im Jahr 2040.

So sieht das Abbaugebiet Jakbobsberg-Egg im Jahr 2040.

Die JCF bauen in Auenstein und Veltheim, insbesondere im Dorfteil Au, seit 1892 Kalkstein und Mergel ab. Der Steinbruch umfasst heute eine Gesamtfläche von 65,6 Hektaren. «Das ist genug an Zerstörung der Landschaft und Belastung der Anwohner durch Sprengerschütterungen, Lärm und Staub», finden die Gegner der Erweiterung. Das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau habe mit den JCF und den Gemeindeammännern, ohne Einbezug der Bevölkerung, eine Absichtserklärung unterzeichnet, lauten die Vorwürfe in der Medienmitteilung.

Hintergrund: Der Abbau von Kalkstein soll noch einmal für 25 bis 30 Jahre erweitert werden. Rund 6 Millionen Kubikmeter werden in dieser Zeit abgebaut. Seit längerer Zeit suchen die JCF neue Abbaustandorte. Thalheim, Schinznach, Orte auf dem Bözberg sowie im Gebiet Bäumer (Auenstein/Veltheim) waren Kandidaten. Daraus wurde nichts. Für die JCF blieb die Möglichkeit, den heutigen Steinbruch auf Auensteiner und Veltheimer Boden zu erweitern und abzusenken.

Verbindliches Konzept fehlt

«Mit Versprechungen wie Reduktion der Immissionen um einen Drittel und laufende Renaturierung sucht man im Grossen Rat und in der Öffentlichkeit die Zustimmung für den weiteren Abbau», schreiben die Gegner der Steinbruch-Erweiterung und ergänzen: «Bis heute liegt kein verbindliches Konzept für die Reduktion der Immissionen vor.» Was die Bewohner der Au in Veltheim besonders ärgert, ist die geplante Erweiterung Richtung Wohnzone. Und: «Seit Jahren wird Renaturierung versprochen und in den Abbaubewilligungen gefordert. Mit der Ausrede, der laufende Abbau verhindere dies, wird nichts gemacht.»

Die Aufforderung seitens der Gegner der Steinbruch-Erweiterung an die Mitglieder des Grossen Rats ist also klar: «Wir fordern den Grossen Rat auf, die vorgeschlagenen Flächen der Richtplananpassung deutlich zu reduzieren.»

Nach der Abstimmung im Grossen Rat wird noch das Stimmvolk von Veltheim und Auenstein über die Erweiterung befinden können. «Sollte der Grosse Rat der Vorlage, wie durch die Regierung beantragt, zustimmen, wird die betroffene Bevölkerung von Veltheim und Auenstein die notwendigen Korrekturen im Rahmen der nachfolgenden Nutzungsplanung vornehmen müssen», schreiben Pro Au, Pro Auenstein und die IG Gisliflue.