Wie der Seniorenrat Brugg verzeichnet auch das Forum 60 plus Jahr um Jahr steigende Mitgliederzahlen (siehe Box). Das freut den Co-Präsidenten Fritz Richner aus Hausen: «Wir konnten in der letzten Woche das 300. Mitglied begrüssen.» Der Zuspruch zeigt: Die Anliegen des Forums stossen bei Seniorinnen und Senioren der Region auf offene Ohren.

Kernpunkt ist nach wie vor das, was Fritz Richner so auf den Punkt bringt: «Das Forum 60 plus will nicht zum reinen Unterhaltungs- und Veranstaltungsunternehmen werden. Wir wollen primär die gegenseitige Hilfe unter den Senioren ankurbeln, fördern und organisieren nach dem Motto: Senioren helfen Senioren.»

Sie melden sich nicht aus Scheu

So ist auch das Portal betitelt, das am 1. Dezember 2012 aufgeschaltet worden ist und das bis zum 31. März 2013 als Pilotprojekt betrieben wird. Nur Forum-Mitglieder haben Zugang; nach drei Monaten wird Bilanz gezogen und nach Verbesserungen gesucht.

Ziel des Portals: Es will eine Plattform für die gegenseitige Hilfeleistung sein. Deswegen bietet es eine Publikationsmöglichkeit für Kleinanzeigen in diesen vier Kategorien an: «Hobbys mit anderen teilen», «Dienstleistungen/Angebote»; «Dienstleistungen suchen»; «Unterstützung für die Vereinsorganisation gesucht». Fritz Richner weiss, dass das Vorhaben «Senioren helfen Senioren» ambitiös ist. «Alle wissen, dass die Umsetzung eine Herkules-Aufgabe ist, denn es braucht dazu den unbedingten Willen und die Unterstützung der Vereinsmitglieder. Es braucht aber auch Freiwillige, die sich für bestimmte Aufgaben zur Verfügung stellen. Überdies braucht es den Mut jener Mitglieder, die sich aus Scheu nicht getrauen, eine Unterstützung zu beantragen. Dabei wären sie dringend auf eine solche angewiesen.»

Dass es nach wie vor nicht selbstverständlich sei, Hilfe anzufordern, stimmt den Co-Präsidenten nachdenklich. «Manche können zum Beispiel nicht mehr die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und sind deshalb auf Fahrdienste angewiesen. Und das nicht, weil sie eine «Fahrt ins Blaue» ins Blaue unternehmen wollen, sondern weil sie etwa einen Arzttermin haben.» Der Fahrdienst gehört – wie zum Beispiel Konversation in verschiedenen Sprachen, Malen und Zeichnen – zu den permanenten Angeboten des Forums.

Ein Hit: «Moderne Technik

Gestern startete der erste Vortrag einer Veranstaltungsreihe, die das Forum 60 plus in Zusammenarbeit mit der Stiftung Sanavita im Windischer «Lindenpark» anbietet. Das Thema «Diebstahl-Prävention» war brandaktuell. Im Februar, März und Mai folgen Anlässe zu den Themen «Depression im Alter», «Alzheimer – Demenz» und «Ein Fall für zwei» (Sexualität im Alter) statt. Zum wahren Hit hat sich «Moderne Technik» entwickelt – eine Veranstaltungsserie mit der Präsentation neuer Geräte, Techniken und Medien.

Das Forum 60 Plus

Das Forum 60 plus ist aus einem regionalen Planungsprozess entstanden. Acht Gemeinden im Gebiet Windisch-Eigenamt begannen sich 2008 aufgrund einer gutgeheissenen Motion im Einwohnerrat Windisch gemeinsam mit Altersfragen zu beschäftigen. Sie schufen ein Altersleitbild, an dessen Umsetzung sich zwei Arbeitsgruppen für die Teilregionen Zentrum (Windisch, Hausen, Mülligen, Habsburg) sowie für das Eigenamt (Birr, Lupfig, Birrhard, Scherz) beteiligten. Im Eigenamt kümmerten sich die Arbeitsgruppe «Leben im Alter - Wohnen im Alter» und der Altersheimverein Eigenamt um die Anliegen der Senioren; in der Teilregion Zentrum war dies der Verein Forum 60 plus: Dieser wurde im Juni 2010 mit 93 Mitgliedern gegründet. Vor einer Woche wurde das 300. Mitglied begrüsst. (EF.)