Am 17. Juli war die Gruppe der «1. Roemercohorte Opladen e.V.» (Opladen ist ein Stadtteil von Leverkusen) in Haldenstein bei Chur gestartet. 18-jährig ist der jüngste Teilnehmer, 49-jährig der älteste. Sie alle haben die 180 Kilometer lange Strecke, die über die Glarner Alpen zum Vierwaldstättersee und der Reuss entlang nach Vindonissa führte, in recht guter Verfassung überstanden.

Die römisch gewandeten Vicani Vindonissenses (zivile Windischer Römergruppe) hiessen die zackig anmarschierenden Legionäre am Ziel auf dem Windischer Legionärspfad herzlich willkommen. Die Empfangsgruppe stärkten die Legionäre zunächst mit einem Becher Mulsum (Honigwein), bevor dann ein Nachtessen mit Römerwürsten und Puls zubereitet wurde.

Die Nacht mussten die Opladener nicht mehr im Zelt verbringen, sie durften ein vergleichsweise bequemes, zum Legionärspfad gehörendes Contubernium (Teil der Mannschaftsbaracke) belegen.

Gastfreundlich aufgenommen

Wie Michael Striewe schilderte, war der Marsch anstrengend und zeitweise schmerzhaft. Die einen hatten anfänglich mit Blasen an den Füssen zu kämpfen, andere mit Knie-, Nacken- und Rückenproblemen. Das Marschgepäck wog beachtliche 40 bis 50 Kilogramm und setzte zu. Je länger der Marsch dauerte, desto mehr nahmen die Beschwerden jedoch ab.

Zu schaffen machten anfänglich zudem Kälte und Regen, später die Hitze. «Dafür entschädigte uns die wunderschöne Landschaft. Zudem durften wir an den meisten Etappenorten beim Aufschlagen der Zelte und bei der Holzbeschaffung für das Feuer die Gastfreundschaft der Bauern und Anwohner geniessen oder konnten sogar duschen.» Natürlich erregten sie auch unterwegs grosse Aufmerksamkeit. «Einige Wanderer fragten uns, ob wir im Rahmen des Nationalfeiertages unterwegs seien.»

Ausgezeichnet war die Stimmung unter den Legionären. «Wir wurden richtiggehend zusammengeschweisst», konstatiert Striewe. Die Roemercohorte Opladen zählt insgesamt 30 Mitglieder. Es würde nicht verwundern, wenn weitere angesteckt würden, auf den Spuren der Römer zu wandeln. Fernziel wäre die Route von Chiavenna in Oberitalien über die Alpen.

Für die jetzigen Teilnehmer war dieser Marsch trotz aller Mühen und Entbehrungen ein unvergessliches, begeisterndes Erlebnis. Heute Samstag werden sie die Heimreise antreten, am Montag beginnt wieder das Berufsleben. Die «Legionäre» haben ihre Ferien für diesen Marsch geopfert. Trotz der Anstrengung: «Wir haben das Gefühl, gestärkt und erholt in den Berufsalltag zurückzukehren», so Striewe.