Welches Orchester würde zum Zuge kommen? Sicher nicht das Oper-aartists Orchestra, das 2010 für Bizets «Carmen» auf dem Feldschenplatz im Einsatz war. Bernhard hatte letztes Jahr betont, dass er für den «Trovatore» nicht auf ein ad hoc gebildetes, sondern bestehendes Orchester zurückgreifen will.
Jetzt zieht der Intendant das Sinfonieorchester Camerata Schweiz aus der Wundertüte: «Der Vertrag ist unter Dach und Fach«, freut sich Bernhard. Mit 64 Musikerinnen und Musikerin ist die Camerata Schweiz ein stattlicher Klangkörper, doch ist er auch ein bekannter? Auf den ersten Blick nicht; auf den zweiten hingegen schon.
Oper- und Verdi-erprobt
Die Camerata Schweiz, 1999 aus dem Schweizer Jugend-Sinfonieorchester hervorgegangen, hat sich rasch als eines der wichtigsten professionellen, projektorientierten Orchester im Schweizer Konzertbetrieb etabliert.
Dass es im Sommer kommenden Jahres den «Trovatore» spielen wird, verdankt sich laut Bernhard vor allem zwei Umständen: «Die Orchestermitglieder aus allen Landesteilen kennen sich schon länger – das schweisst zusammen. Vor allem aber sind sie opern- und Verdi-erprobt.»
Beim Opernfestival in Avenches hat die Camerata Schweiz mit «Rigoletto» bereits einen Verdi-Hit gespielt. In Bonn war das Ensemble beim Beethovenfestival zu Gast; am «Musiksommer am Zürichsee» fungierte es als Orchestra in Residence.
Als Stärke des Ensembles rühmt Peter Bernhard die Neugier auf spartenübergreifende Projekte. Mit Ursus & Nadeschkin ging das Sinfonieorchester Camerata Schweiz dreimal auf Schweizer Tournee: Über 50000 Besucherinnen und Besucher sahen sich das Programm «Im Orchestergraben» an.
«Verdis Musik ist schwer»
Wie kam es zum Kontakt mit dem Ensemble? Peter Bernhard kennt Konzertmeister Jonas Erni, mit dem er bereits verschiedene Produktionen bestritten hat. Erni wiederum stellte die Verbindung zu Niki Wüthrich, dem Geschäftsführer des Orchesters, her.
«Natürlich hat die Oper Schenkenberg auch mit anderen Orchestern verhandelt», sagt Bernhard und erwähnt das französische Orchestre Symphonique Mulhouse. Aber dann rückte die Camerata Schweiz in den Vordergrund. Als sich auch Trovatore-Dirigent Marc Tardue begeistert zeigte, stand einem Engagement der Camerata Schweiz nichts mehr entgegen.
Peter Bernhard wird nicht müde zu betonen, wie schwer Giuseppe Verdis Musik zu spielen ist. «Sie ist ungemein rhythmisch; sie scheint mit ihren eingängigen Melodien einfach. Aber: Nur ein Hum-Ta-Ta (Bernhard macht es vor) reicht nicht; es braucht viel mehr.» Dieses Mehr traut die Oper Schenkenberg dem Sinfonieorchester Camerata Schweiz zu: Man darf gespannt sein.
«Il Trovatore» Vom 12. bis 31. August 2013 im Gartencenter Zulauf. Vorverkauf ab 25. Oktober an der Expo Brugg oder – neu – via Ticketcorner.