«Können wir auch einziehen? Falls ja, wann?» Diese Fragen hört Ueli Rufli regelmässig. Für den Präsidenten der 2010 gegründeten, mittlerweile 100 Mitglieder zählenden Genossenschaft «Wohnen für Fortgeschrittene Kastanienbaum» sind sie ein Zeichen für das Interesse an Alterswohnungen.
Dieses Interess hält unvermindert an, selbst wenn dort, wo die Wohnungen gebaut werden sollen, noch nichts zu sehen ist. «Aber», sagt Ueli Rufli, «der Vorstand bleibt weiter am Ball.»
Siegerprojekt aus Baden
Kurze Rückblende: Im Herbst vergangenen Jahres hatte der Genossenschafts-Vorstand die Sieger eines von ihr ausgerichteten Architekturwettbewerbs erkoren.
Obenaus schwangen die Badener BEM-Architekten. Sie hatten den Vorstand mit ihrem witzig benannten Projekt «Heissi Marroni» überzeugt. Die Lösung der Badener war überraschend, weil sie – anders als die Mitbewerber – nicht auf zwei Wohnblöcke setzten, sondern auf einen einzigen, lang gestreckten Block mit zwei Etagen und einem Dachgeschoss. Das Auffällige daran: Loggien und Laubengänge, die in die Aussenhülle eingezogen sind. Laut den Architekten «soll diese Raumschicht durch die Bewohnerinnen und Bewohner individuell gestaltet werden». Die Genossenschaft Kastanienbaum rühmte «einen wirklich altersgerechten Bau.»
«Ein ganz normaler Prozess»
2013 sollen die neun Dreieinhalb- und fünf Zweieinhalbzimmer-Wohnungen mitten in Lupfig, an der Dorfstrasse, bezugsbereit sein – zu moderaten Preisen, wie es 2011 hiess. Nun geht es mit dem Projekt vorwärts. Geht es aber um das Kostendach, sind Bauherrschaft und Architekten noch relativ weit voneinander entfernt.
Erst nach Vorliegen eines genauen Kostendachs könne der Feinschliff erfolgen, sagt Ueli Rufli. Allfällige Befürchtungen, wonach die «Heissen Marroni» erkaltet sein könnten, zerstreut der Genossenschafts-Präsident: «Wir, die Bauherrschaft und die Architekten, müssen zueinanderfinden. Das ist ein Prozess, der bei grossen Projekten ganz normal ist.»