In knapp einem Monat geht die erste Kulturnacht im Campussaal in Brugg-Windisch über die Bühne. Eine Gruppe, die sich dafür angemeldet hat, ist die Showturngruppe «Climbers» aus Windisch. Sie ist bekannt für ihr spezielles Turngerät – sozusagen einem Kubus aus vier Schwedenleitern. Damit feierten sie ihre Premiere an der Gymnaestrada in Helsinki. Auch an Dorffesten und Turnerabenden sind die Vorführungen jeweils ein Höhepunkt.

Für die Kulturnacht haben Renate Braun und Adrian Vogt ein neues Programm ausgetüftelt. «Für 30 Sekunden Show brauchen wir etwa 4 Stunden fürs Choreografieren», sagt Adrian Vogt. Er hat extra für die Gruppe ein eigenes Computerprogramm entwickelt. Jede Turnerin, jeder Turner ist ein Punkt auf einem Raster, das dem Turngerät nachempfunden ist. Mit dem Programm lassen sich die Ideen der Choreografen simulieren, passend zur daruntergelegten Musik.

Die Herausforderung für die Kulturnacht: «Wir wollen den Auf- und Abbau des Geräts in unser Programm miteinbeziehen», sagt Adrian Vogt. Die Turngruppe wird also das Gerät, das übrigens Gruppenmitglied und Schreiner Christian Braun exklusiv für die «Climbers» konzipiert hat, auf der Bühne im Campussaal während der Show aufbauen. Damit das auch wirklich klappt, braucht es noch einiges an Training. Auch an diesem Donnerstagabend wird gut zwei Stunden lang konzentriert gearbeitet. Jede Figur wird besprochen, dann wieder geturnt und erneut besprochen. Manöver-Kritik, nennen das die «Climbers». Passend zum Thema der Kulturnacht «Frühlingserwachen» steigen die «Climbers» mit dem Showteil «Erwachen» ein.

Schmerzen gehören dazu

Zusammengekauert hockt jedes der 10 Mitglieder in einem Quadrat des Geräts. Passend zur pompösen Musik erwacht jeder Turner langsam, streckt sich und sucht sich seinen neuen Platz in der Gruppe. Das Gerüst knarrt und quietscht, geschickt klettern die «Climbers» hinauf und hinunter, stellen ihre Figuren und Formationen. Noch klappt nicht alles. Zwischendurch knallt ein Kopf, eine Zehe oder eine Ferse ans Holz – Zähne zusammenbeissen, weitermachen. «Manchmal merken wir auch erst beim Üben, dass eine Choreografie doch nicht so funktioniert, wie wir es uns gedacht haben», sagt Renate Braun. Manchmal wird es nämlich auf dem Gerät ziemlich eng.

An der Kulturnacht wollen die «Climbers» die Chance nutzen, einem grossen Publikum ihr können zu zeigen. «Wir wollen natürlich bekannter werden und so allenfalls neue Mitglieder gewinnen», sagt Adrian Vogt. «Wir wollen aber auch gemeinsam etwas erleben, das ist eines unserer Vereinsziele.» Zudem möchte man den einen oder anderen Auftritt bestreiten. «Trainieren für nichts macht nämlich nicht so Spass», ergänzt er.

Die Kulturnacht wird unter anderem auch durchgeführt, um den Vereinen die Möglichkeit der Campussaal-Mietung schmackhaft zu machen. «Es ist natürlich toll, in einem solchen Raum auftreten zu können, dazu kommt die professionelle Beleuchtung», führt Adrian Vogt aus. «Allerdings könnten wir uns diesen Saal als so kleine Gruppe kaum leisten.» Da käme ein Turnerabend einiges günstiger, auch wenn da vielleicht nicht alles ganz so professionell abläuft. Zudem sei es leider nicht möglich, vor der Kulturnacht eine Hauptprobe durchzuführen. Grosse Aufführungen wie jene an der Kulturnacht sind ein Ziel der Showturngruppe. Ein Highlight ist jeweils die Teilnahme an der Gymnaestrada, wo sich die Choreografen und Turner gerne auch Inspiration holen.

In der Zwischenzeit ist das Training zu Ende. Ein Plastiktopf mit Gummi-Schleckzeug macht die Runde. «Das gehört bei uns zum Training», sagt einer und schmunzelt. Etwas Stärkung haben die «Climbers» verdient. Denn jetzt geht es noch ans Abräumen des Turngeräts. Weil in der Dorfturnhalle bald die Fasnacht stattfindet, müssen die Turner ins Diesellokal umziehen. Dort holen sie sich in den nächsten Wochen noch den Feinschliff für die Aufführung an der Kulturnacht.