Vier Bözberg-Gemeinden haben eine grosse Hürde genommen: Sie haben dem Vertrag über einen Zusammenschluss der Einwohnergemeinden von Gallenkirch, Linn, Oberbözberg und Unterbözberg zugestimmt. Ab 1. Januar 2013 gibt es nur noch eine Gemeinde – Bözberg. Hat dieser Entscheid Signalwirkung auf Birr und Birrhard – zwei fusionswillige Gemeinden.
Von einer Signalwirkung will Markus Büttikofer, Gemeindeammann von Birr, nicht sprechen. «Die Bözberggemeinden haben eine ganz andere Ausgangslage als Birr und Birrhard. Für kleinere Gemeinden ist das Zusammengehen überlebenswichtig. Das ist bei uns anders.»
«Win-Win-Situation für beide Gemeinden»
Würden Birr und Birrhard fusionieren, «erreichten beide Gemeinden eine Win-Win-Situation», sagt Büttikofer und ergänzt: «Birrhard könnte von Birr und seiner grösseren Infrastruktur profitieren; Birr wiederum könnte in Birrhard auf ein interessantes Siedlungsgebiet zurückgreifen.»
Ursula Berger, Gemeindeammann von Birrhard, freut sich über den Entscheid der Bözberggemeinden. «Ich glaube, dass hiermit ein positives Signal gegeben wurde. Gemeinden, die fusionieren wollen, werden sich darin bestärkt fühlen.» Weshalb fassen Birrhard und Birr ein Zusammengehen ins Auge? Nicht aus einer Not, sagt Ursula Berger, sondern «weil wir der Meinung sind: Lieber heute diesbezügliche Überlegungen machen, als erst dann, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht.»
Genau wie ihr Amtskollege Markus Büttikofer unterstreicht auch Gemeindeammann Ursula Berger die «heute schon gute Zusammenarbeit beider Gemeinden in vielen Bereichen – zum Beispiel der Regionalen Bauverwaltung, der Schule, der Musikschule, dem Regionalen Führungsorgan (RFO), der Spitex, dem Altersheim und vielem mehr.»
Kein Identitätsverlust
Diese Zusammenarbeit soll laut Berger und Büttikofer noch verstärkt vorangetrieben werden. Die Vorteile einer allfälligen Fusion ortet Ursula Berger in der «immer schwierigeren, professionellen Besetzung von Behörden und Verwaltung. Für uns alle stellt sich stets die Frage: Wie bewältigen wir die Arbeit in einem Teilzeitpensum. Diesbezüglich sind insbesondere die Anforderungen für kleinere Gemeinden enorm.»
Einmal angenommen, die Fusion von Birrhard und Birr kommt zustande: Verliert das kleinere Birrhard seine Identität? «Das glaube ich nicht, selbst wenn diesbezüglich seitens der Bevölkerung immer wieder gewisse Befürchtungen geäussert werden», betont Ursula Berger, «ich glaube vielmehr, dass wir unseren dörflichen Charakter bewahren können.» Wie geht es weiter? Markus Büttikofer und Ursula Berger: «Wir warten den Schlussbericht der Facharbeitsgruppen ab. 2012 wird eine mögliche Fusion dann Thema an den ausserordentlichen Gemeindeversammlungen in Birr und Birrhard sein.» Wird einer Fusion zugestimmt, gäbe es ab 1. Januar 2014 nur noch eine Gemeinde: Birr.