Brugg/Windisch
Aktualisiert am 09.02.12, um 06:47 von Marc Reinhard
 

Die neue Mülimatt-Anlage bringt nicht nur Vorteile

Die «Ziehharmonika» Mülimatt-Turnhalle kommt bei den Vereinen gut an, das Betriebskonzept soll aber noch reifen. Archivbild: Walter Schwager
Die Mülimatt-Anlage in Brugg ist beliebt bei den Vereinen. Bei Grossanlässen wird die Miete aber teuer. Rund 1800 Franken muss für die Dreifachturnhalle pro Tag berappt werden. von Marc Reinhard
 

Politiker und Sportler sind sich weitgehend einig: Die neue Sportanlage Mülimatt ist ein architektonisches und konzeptionelles Schmuckstück in der Region. Und funktionell? Seit geraumer Zeit ist der Millionen-Bau in Betrieb. Die ersten Monate haben gezeigt, welche Vorteile die Halle hat. Es ist aber auch deutlich geworden, wo es beim Betrieb noch harzt.

Gut ausgelastet, aber teuer

Für die Brugger Stadträtin Andrea Metzler, Vorsteherin des Ressorts Sport und Vereine, ist die Mülimatt im Grossen und Ganzen ein gelungenes Projekt, das nicht nur seinen Zweck erfüllt. «Wir haben hier eine wunderbare Halle, die rege genutzt wird und darüber hinaus noch schön anzusehen ist.» Das sei für die Vereine, die lange auf zusätzlichen Indoor-Sportraum hatten warten müssen, ein Vorteil.

Zwar kritisieren verschiedene Sportvereine, dass der Belegungsplan in der Mülimatt-Halle zu neuralgischen Zeiten bereits an seine Grenzen stosse. «Grundsätzlich läuft es gut. Irgendwer ortet irgendwo immer einen Mehrbedarf. Hier muss man das Wünschbare vom Machbaren unterscheiden», kommentiert Metzler. Sie streicht heraus, dass der westliche Teil der Anlage, die Dreifachturnhalle der Stadt, für die Brugger Vereine kostenlos zur Verfügung stehe.

Nicht allen Bedürfnissen gerecht

Sportvereine, die in der Mülimatt trainieren, schätzen zwar den zusätzlichen Trainingsraum in der neuen Halle. «Das Betriebskonzept wird aber nicht allen Bedürfnissen gerecht», sagt Adrian Bollder vom hiesigen Handball-Club. Mitglieder des Turnvereins und der Unihockeyaner stossen ins gleiche Horn. Sie wollen aber nicht «namentlich vorpreschen», das Thema sei heikel: «Grössere Sportanlässe erfordern mehr Platz. Will ein Event-Organisator den Fachhochschul-Teil der Anlage dazumieten, muss er horrende Preise bezahlen.» heisst es etwa. «Für einen Verein ist das eigentlich gar nicht bezahlbar», sagt Bollder.

Etwa 1800 Franken Miete müssen für die zusätzliche Dreifachturnhalle an einem ganztägigen Anlass kalkuliert werden. Dazu kommen die Reinigungskosten, die aus Sicht der Vereine heute ebenfalls unbefriedigend geregelt sind. Gemäss den Nutzungsbestimmungen für öffentliche Gebäude und Anlagen in der Stadt ist die Reinigung zwar überall zusätzlicher Bestandteil. In der Mülimatt allerdings schlägt die Reinigung nach Wochenend-Anlässen der grossen Fläche wegen höher zu Buche als andernorts. Darüber seien die Vereine anfangs zu wenig klar informiert worden, sagt Adrian Bollder.

Positiv: Neue Arbeitsgruppe

Auch die Hauswart-Dienste der Firma ISS zeigen nach den Beobachtungen der Vereine offenbar Lücken. Es gebe Türscharniere, die seit Wochen kaputt seien. Positiv anerkannt wird von den befragten Vereinen immerhin die neu von der Stadt eingesetzte Arbeitsgruppe, welche die «Kinderkrankheiten» jetzt anpacken will. Andrea Metzler nennt zwei Punkte: «Die hohen Miettarife der Fachhochschul-Halle stehen auf unserer Themenliste. Wir möchten Sondertarife für ein gewisses Jahreskontingent an Events aushandeln.» Die Arbeitsgruppe werde aber sicher auch das Reinigungskosten-Reglement anschauen.

(az Aargauer Zeitung)
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